Lesermeinungen

  Hinweis: Wer mit der Veröffentlichung hier in BIEGAS nicht einverstanden ist sendet diese Information bitte an   

 


05.09.2008

Schauspieler

Zur Berichterstattung über den Flugplatz Spangdahlem:
Es wird so langsam mal höchste Zeit, dass sich unsere Politiker um den Luft-Terror hier über der Eifel kümmern. Was wir hier mitmachen als direkte Anrainer an der Base, ist mit Worten nicht mehr zu beschreiben. Über die Aussagen des Kommodore kann ich nur lachen. Aber die Amerikaner waren schon immer gute Schauspieler.
 
Ich glaube nicht daran, dass sich hier etwas ändert. Die Amerikaner machen doch sowieso, was sie wollen, und keiner stört sie daran. Sei es hier auf der Air Base oder auf der ganzen Welt. Sie wollen ja hier Gäste sein, aber Gäste benehmen sich anders.
 
Lothar Gansen, Binsfeld
 
FLUGLÄRM

29.08 2008 Argumente sollen alles erschlagen
Zum Thema Flugplatz Spangdahlem und zum Leserbrief "Wahrnehmungsfehler" von Klaus Hees (TV vom 23./24. August):
Oft besuche ich in Herforst Eltern und Geschwister, meist an Wochenenden. Obwohl ich dort 22 Jahre gelebt habe, hatte ich deshalb Massivität und Folgen des Lärmterrors, den das Wort "Belästigung" auch nicht annähernd trifft, schon verdrängt.
 
Kürzlich war ich aber montags in Herforst und kam seit langem wieder in den zweifelhaften Genuss des "Sound of Freedom", an den ich mich in dieser brutalen, überfallartigen Form nicht mehr erinnerte. Die vielen Leserbeschwerden im TV über den Fluglärm kann ich daher gut nachempfinden, habe für die Argumente der Lärmbefürworter aber kein Verständnis.
 
Als Hohn empfand ich den Leserbrief von Herrn Hees aus Greimerath. Die Beeinträchtigungen an Gesundheit und Lebensqualität, die Bürger eines Dorfs nur etwa zwei Kilometer von Start- und Landebahn der Airbase Spangdahlem entfernt täglich über Jahrzehnte hinweg erdulden müssen, haben wohl eine weitaus höhere "Qualität" als die eines Bewohners von Greimerath, das sich meilenweit von einem der genannten Flugplätze entfernt befindet.
 
Es dürfte zudem den meisten Geschädigten egal sein, ob der Lärm von F 16 oder Tornados verursacht wird. Den Vorwurf von Zynismus oder "Wahrnehmungsfehlern" der Lärmgegner kann ich nicht begreifen. Die allgemeine Betrachtung der Fluglärmentwicklung in der Gesamtregion hilft den Menschen in unmittelbarer Nähe eines Militärflugplatzes nicht. Dort ist der Fluglärm unerträglich. Die Argumente "Arbeitsplätze" oder "Rosinenbomber-Piloten" sollen wohl alles erschlagen. Erstens sind die Rosinenbomber-Zeiten längst vorbei und auch der Kalte Krieg, also der Grund für die Errichtung der Flugplätze. Zweitens: Arbeitsplätze sind wichtig, aber dafür müssen die Menschen in der Umgebung nicht alles ertragen.
 
Jürgen Hirschfeld, Egelsbach
 
FLUGLÄRM

7.9 2007
 

Sie fliegen wieder

Zum Bericht "Sicher gelandet" (TV vom 4. August) erreichte uns folgender Leserbrief:
 
Donnerstagmorgen, 9 Uhr. Ich schnappe mir meine Walking-Stöcke, um bei einem Gang um Herforst herum frische Luft zu genießen und meinen Körper zu trainieren. Doch von reiner Lust kann schnell keine Rede mehr sein, denn ohrenbetäubender Lärm dringt an meine Ohren. Sie fliegen wieder! Oh, was war es doch so schön, als man in Spangdahlem die Landebahn erneuerte und sämtliche Flugzeuge im Exil weilten. Die Bewohner der umliegenden Orte merkten endlich noch einmal, wie sich Lebensqualität anfühlt.

Doch jetzt, und ausgerechnet immer dann, wenn das Wetter besonders schön ist, fliegen sie. Sie fliegen tief, hoch, kreuz und quer über Herforst, Binsfeld, Beilingen und Speicher. Sie drehen, steigen, landen, starten durch. Ich spüre, wie sich die Stresshormone in mir ausbreiten. Nehme mir vor, die Flugzeuge zu zählen, während ich meine Runde drehe. Doch keine Chance. Der Lärm variiert, mal dröhnend laut, mal abschwellend bis zur Erträglichkeit. Zwei Flugzeuge "spielen" Nachlaufen am sommerhellen blauen Himmel über mir. Sie turteln wie Tauben hoch und tief, setzen zur Landung an, starten durch und verursachen wieder dieses laute Dröhnen, das jenseits sämtlicher Dezibel-Grenzen liegen muss. Irgendwann lässt er nach, der Lärm, und nur noch stehende Triebwerke sind zu hören. Ich denke mit unendlichem Mitgefühl an die vielen Krebskranken in unserer Region, (die es in offiziellen Statistiken gar nicht gibt). Ich erinnere mich an Demos vor dem Irakkrieg und vor der Flugplatzerweiterung, an denen so wenige Bewohner aus den umliegenden Orten teilgenommen hatten, und ich schüttele meinen Kopf darüber, dass nach dem Verkauf der amerikanischen Siedlungen in Speicher und Herforst erneut unser Steuergeld in Form von Zuschüssen in die Säckel einiger Großinvestoren beim Erstellen von neuen Mietshäusern wandern werden.

Unterhaltung, Musik hören, telefonieren ist nur mit geschlossenen Fenstern und Türen im Haus möglich. Rasenmähen ist verboten in dieser Mittagsruhezeit. Amerikanische Flugzeuge aber dürfen üben, lärmen, Luft verschmutzen und ab und zu ein wenig Kerosin ablassen.

Rosi Nieder, Herforst

FLUGLÄRM


21.08.2007

Nicht in die Hände von Großinvestoren!

Zum Artikel "Eine Chance für schnelle Investoren" (TV vom 10. August):
 
Mit großer Erwartung und der Hoffnung, dass viele Bürger aus unseren Orten Wohnhäuser für amerikanische Soldaten und deren Angehörigen mit einer 15-jährigen Mietgarantie bauen können, war ich der Einladung des Innenministers nach Spangdahlem gefolgt. 271 Wohnungen sollen rund um die Air-Base bis 2009 bezugsfertig sein.

Die Realisierung des Vorhabens einschließlich der 15-jährigen Betreuung soll unter Federführung einer hierzu gegründeten Projektentwicklungsgesellschaft erfolgen. Nach dem Vortrag eines Vertreters dieser Gesellschaft (Herr Klein) hatten viele Zuhörer (überwiegend Gemeindevertreter) das Gefühl, dass die Ortsgemeinden nur bei der Besorgung des Baulandes behilflich sein sollen. Auch wenn der Innenminister einräumt, dass private Investoren mit ins Boot genommen würden, bezweifle ich diese Absicht.

Vielmehr glaube ich, dass Informationen zurückgehalten werden, um später aus Gründen des Zeitdrucks (Fertigstellung 2009!) Bauherren aus der Region fernzuhalten. Dies bestätigt mein seit Tagen erfolgloser Versuch, sowohl beim Innenministerium als auch bei der Housing Initiative Rheinland-Pfalz (HIRP/zuständig für das operative Geschäft) die Rahmenbedingungen (hierzu gehört meines Erachtens auch die Höhe der Miete) für die Umsetzung der Errichtung dieser Wohngebäude zu bekommen.

Der Minister hatte diese Info für den 10. August versprochen. Die Wertschöpfung, insbesondere die Mieteinnahmen, gehören meines Erachtens in die Region und nicht in die Hände von Großinvestoren. Unsere Wohnqualität wird durch den Fluglärm beeinträchtigt, und unsere Infrastruktur wird von den Amerikanern genutzt.

Auch besteht die Gefahr, dass die bisherigen Vermieter die Verlierer sind, denn bevor Wohngebäude mit Mietgarantie leer stehen, werden Vermieter ohne diese Garantie das Nachsehen haben. Wir legen großen Wert auf ein gutes Miteinander mit den amerikanischen Staatsangehörigen und wollen aus diesem Grunde stärker in dieses Vorhaben (auch organisatorisch) mit eingebunden werden.

Franz Josef Krumeich, Ortsbürgermeister von Niersbach

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Wertschöpfung in der Region und für die Region

Zum Artikel "Eine Chance für schnelle Investoren" (TV vom 10. August):
 
Auf der Informationsveranstaltung in Spangdahlem wurde mir und sicherlich auch den weitaus meisten Anwesenden zunächst der Eindruck vermittelt, dass die Housing Initiative Rheinland-Pfalz, abgekürzt HIRP, alleine als Investor für die zu bauenden 271 Häuser auftreten möchte. Besonders bestätigt wurde dieser Eindruck durch den Auftritt und den Vortrag des Geschäftsführers der Projektentwicklungsgesellschaft, Herrn Klein. Ich unterstelle der HIRP, dass sie kein Interesse an privaten Investoren hat, da durch diese Privatinvestoren das Auftragsvolumen und naturgemäß damit auch die Gewinne der HIRP geschmälert würden. Wichtig war in diesem Zusammenhang die klare Aussage von Innenminister Bruch, dass auch die Bürger der umliegenden Dörfer und Städte als Investoren sich an dem Projekt beteiligen können und dies von Seiten des Ministeriums auch ausdrücklich gewünscht wird.

Es müsste meiner Meinung nach eine klare Priorität festgelegt werden, dass erst die privaten Investoren aus unseren Dörfern und Städten tätig werden können. Erst wenn wir dieses Investitionsvolumen nicht alleine bewältigen können, sollte die HIRP als Investor auftreten.

Wir haben seit Jahrzehnten die Nachteile, die eine solche Air-Base naturgemäß mit sich bringt, zu tragen, dann wollen wir allerdings auch die Wertschöpfung, die wir durch den Flugplatz erfahren, in unserer Region behalten.

Fritz Kohl, Ortsbürgermeister Ortsgemeinde Bruch

INFRASTRUKTUR


24.04.2007

Schallpegel sind gesundheitsschädigend

 
Zum Bericht: Schallschutz für die Kleinsten
  
Für einen Ort wie Binsfeld, der sich im Blick auf Gewerbe und Infrastruktur offensichtlich gut entwickelt, ist ein Fortbestand von Kindergarten und Grundschule wichtig. Es ist gut, wenn hier investiert wird. Aber noch heute müssen sich die Verantwortlichen die Frage gefallen lassen, warum man nicht wenigstens den Versuch gemacht hat, im Rahmen der Flugplatzerweiterung den Kindergarten und die Grundschule an einen weniger belasteten Platz zu verlegen.Mit etwas gutem Willen, Kampfgeist und innovativen Ideen wäre dieses auch gelungen.

Jetzt plant man insgesamt zwischen 400 000 und 500 000 Euro für eine Renovierung im Kinder-garten auszugeben und zahlt offensichtlich auch noch die Lärmschutzmaßnahmen aus eigener Tasche, also von Steuergeld. Die Lärmschutzmaßnahmen hätten auf jeden Fall im Rahmen der Flugplatzerweiterung finanziert werden müssen.

Alle wussten, das sich Kindergarten und Grundschule in einem absolut kritischen Bereich befinden, wo die Kinder nicht nur dem Lärm sondern auch anderen potenziellen Gefahren ausgesetzt sind. Stimmen, die im Rahmen des Flugplatzausbaus auf die Situation hingewiesen haben, wollte man offensichtlich nicht hören. Kritik hatte in der Euforie, den amerikanischen Freunden den Weg zum Ausbau zu ebnen, keinen Platz und es ließ fast auf eine emotionale Verbundenheit der Verantwortlichen zu diesen vermuten.

Ohne spürbaren Widerstand hat man es hingenommen, dass ein noch 1999 geplanter Erdwall an Binsfeld vorbei, der nicht nur für die schutzbedürftigen Einrichtungen gut gewesen wäre, aus der Planung verschwand. Es bleibt spannend abzuwarten wie man 30dbA innen im Kindergarten erreichen möchte. Eine startende F16 bringt einen Spitzenschallpegel von 120 dbA am Kindergarten. Solche Schallpegel gelten als gehörschädigend. Das betrifft alle Kinder in Kindergarten und Grundschule. Die Kinder spielen auch draußen und die Fenster sind bestimmt nicht immer geschlossen. Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil die enteignen de Wirkung des Fluglärms in diesem Umfeld bestätigt. Danach ist eine Gesundheitsschädigung unumstritten. Für alle, die es immer noch nicht kapiert haben, hierbei geht es nicht gegen Kindergarten, Grundschule oder deren Personal. Wir haben auch für jene Verständnis, deren Existenz von der Airbase abhängt. Nur eins ist sicher, ein Kindergarten und eine Grundschule gehören nicht in die unmittelbare Nähe eines Militärflughafens!

Jörg und Susanne Follmann, Arenrath

Flugplatzerweiterung


21.09.2006

FRAGE DER WOCHE

 
BITBURG. Der Absturz des amerikanischen F-16-Kampfjets vor einer Woche in der Nähe von Oberkail ist immer noch das Thema in der Region. Die Meinungen der Bürger zu diesem Flugzeug-Unglück gehen – auch aufgrund der Verschlossenheit der Amerikaner – stark auseinander. TV-Mitarbeiter Robert Seiwert hat sich in Bitburg umgehört.
 


RALPH C. SCHAAK, BALESFELD: "Die Bewohner von Oberkail haben bei dem Flugzeug-Absturz großes Glück gehabt. Die Menschen können Unglücke heutzutage einfach nicht mehr akzeptieren. Bei negativen Ereignissen suchen wir mit aller Gewalt immer einen Schuldigen."

IVON HANDLER, BITBURG:"Der Flugzeug-Absturz löst Wut und Angst bei mir aus. Kurz nachdem ich von dem Unfall erfahren habe, fühlte ich mich direkt an den 11. September 2001 erinnert. Hoffentlich gibt es keine Anschläge auf die Air Base in der Eifel."

AUGUSTIN WESTFAL, ALSDORF: "Ich halte es für eine Frechheit, dass man nichts Genaueres über den Absturz seitens der Amerikaner erfahren hat. Besonders, weil die Air Base ihren Standort in Deutschland hat. Von der permanenten Lärmbelästigung mal ganz abgesehen."

STEPHANIE KAUFMANN, BITBURG: "Als ich von dem Absturz erfahren habe, war ich erschrocken, weil mein Freund ganz in der Nähe des Unfalls war. Trotzdem sehe ich kein Problem, wenn die Amerikaner ihre Flüge fortsetzen."

Fotos (4): Robert Seiwert

 


Bezug auf Glück gehabt !

Ihre Meinung/Anfrage
Bei dem Absturz des F-16 Kamfjets ist die gesamte Eifel-Mosel-Hunsrück-Region noch einmal an einer unbeschreiblichen Katstrophe vorbeigeschrammt. Kein Ort in der Region ist von dieser andauernden Bedrohung ausgenommen. Aber wann begreift endlich die Mehrheit der Regional- und Kommunalpolitiker, dass der US-Kriegsflughafen Spangdahlem keine "Arbeitsbeschaffungsmaßnahme" ist, sondern ein Instrument der US-Amerikanuischen Kriegsstrategie im globalen Kampf zur Absicherung der weltweiten Rohstoffquellen ist, insbesonderne um die Erdölquellen im Mittleren Osten. Klar ist, dass im Rahmen dieser Strategie "Verluste" an
der Heimatfront dabei billigend in Kauf genommen werden. Und die aktive Beteiligung von deutschen Soldaten im Libanon wird zudem die Gefahr erhöhen, dass auch unsere Heimatregion Ziel des internationalen Terrorismus werden kann. Dabei verfügen wir in der waldreichen Eifel-Mosel-Hunsrückregion über ein einen wertvollen Schatz von "grünen Ölfeldern", die wir allerdings konsequent anzapfen müssen, damit wir unanbahängiger werden und somit unseren Beitrag zur Friedensförderung leisten können. Es ist an der Zeit, die amerikanischen Freunde in
Spangdahlem und in Ramstein usw. als souveräne Nation freundschaftlich zu verabschieden und alle US-Kriegseinrichtungen auf deutschem Boden einer friedlichen Nutzung zuzuführen

Vor-, Nachname Richard Pestemer
E-Mail richard.pestemer@gmx.de
Straße Dhrontalstr.24
PLZ, Ort 54426 Neunkirchen
Telefon 06504 - 8359


Zum Bericht: Kinder im Dauerstress ( Kindergarten Binsfeld)                              29.08.2005

Chance verschlafen

Jeder, der sich den Standort vom Kindergarten und der Grundschule in Binsfeld unvoreingenommen betrachtet, ist der Meinung dass es ein unmöglicher Zustand ist, dass diese beide Einrichtungen nur ca. 350m an Start und Landebahn des Militärflugplatzes liegen.

Von  politischer Seite bekommt man zu hören, dass sich alles im gesetzlich und juristisch einwandfreiem Rahmen befände.

Nach den Ausführungen der Träger könnte man fast den Eindruck bekommen, dass sich der Kindergarten und die Grundschule in einem Naherholungsgebiet befinden.

Als es Anfang 2002 darum ging Forderungen als Ortsgemeinde im Bezug auf den Flugplatzausbau zu stellen, hätte man den Neubau von Kindergarten und Grundschule fordern können. Bei Erfolg wäre der Standort der beiden Einrichtungen langfristig gesichert gewesen.

Diese Forderung hat der Ortsbürgermeister von Binsfeld  als unrealistisch  bezeichnet.

Ich frage mich ob die Anbindung an das regionale Radwegenetz als gestellte Forderung mehr  realistisch und wichtiger ist.

Im umweltmedizinischen Gutachten, was zum Ausbau der Airbase erstellt wurde ist zu lesen, dass der als Grenzwert geltende Lärmpegel von 57 dBA  am Kindergarten Binsfeld mit 69,6dBA wesentlich überschritten und deutlich zu hoch ist.

Bei der Schule spricht man von einem Pegel innen von L max.55 dBA , der angeblich eingehalten wird. Anzustreben und empfohlen ist 35 dBA um konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen.

Im Gutachten wird außerdem auch auf die wissenschaftlich nachgewiesenen negativen Auswirkungen von Fluglärm auf das Lernverhalten bei Kinder hingewiesen.

Zudem fällt es schwer zu glauben, dass die als Grenzwert genannten Pegel nicht überschritten werden wenn man bedenkt, dass am Kindergarten 120 dBA beim Start einer F 16 gemessen werden. Ein Spitzenschallpegel ab 90 dBA gilt als gesundheitsgefährdent.

Die Rampe, wo Gefahrgüter umgeladen werden, befindet sich auch in unmittelbarer Nähe. 

Sind unsere  Kinder dort sicher aufgehoben, wenn man bedenkt, dass bei einem Bombenalarm auf dem Flugplatz die Grundschule in Binsfeld evakuiert wurde und man den Kindergarten schlicht und ergreifend vergessen hat?

Ist das wirklich den meisten egal oder liegt die Frustrationsschwelle der Menschen hier wirklich so hoch? Was motiviert einzelne Personen aus der regionalen Politik sich so engagiert für den Flugplatz Spangdahlem einzusetzen? Es geht hierbei nicht darum, den Flugplatz der als wirtschaftlich wichtiger Faktor zählt in Frage zu stellen sondern nur um den sehr kritischen Standort von Kindergarten und Schule.

 

                                                                                         Jörg Follmann, Arenrath


Mehr Schadstoffe als je zuvor
25.07.2006


Zum Leserbrief von Werner Pitsch (Trierischer Volksfreund vom 18. Juli):

Wer die wechselhafte Haltung des Schreibers zur Erweiterung des Flugplatzes Spangdahlem kennt, weiß, dass sich jedes weitere Wort zu dem Geschriebenen erübrigt. Es kann jedoch nicht kommentarlos hingenommen werden, dass ein gewählter Mandatsträger sich herausnimmt, anderen Bürgern das demokratische Grundrecht auf freie Meinungsäußerung abzusprechen.

Vor allem muss darauf hingewiesen werden, dass Herr und Frau Follmann im Gegensatz zu dem Schreiber Kinder haben, die – gezwungenermaßen – den Kindergarten und die Grundschule in Binsfeld besuchen. Schon allein aus diesem Grund steht es ihnen zu, Kritik an den Zuständen und den dafür Verantwortlichen zu üben. Dem Verfasser scheint auch entgangen zu sein, dass die Zustände im Umkreis der Air Base heute nicht mehr mit denen vor "fast 53 Jahren" zu vergleichen sind. Auf den besagten Feldern, auf denen der bedauernswerte Schreiber nach eigenen Angaben damals den Fluglärm und die Abgase ertragen musste, stehen heute gigantische Transportflugzeuge, die Lärm und Schadstoffe in einem viel größeren Maß in Richtung Kindergarten und Grundschule tragen als jemals zuvor – und das mit der Zustimmung des Gemeinderats.

Darüber hinaus vergaß der Verfasser zu erwähnen, dass er selbst die genannten Ackerflächen zum Zwecke der Erweiterung des Flugplatzes verkauft hat und mittlerweile auch gar nicht mehr in der Nähe von Kindergarten und Grundschule wohnt, sondern in einem abgelegenen Neubaugebiet.

Sabine und Günter Weber,

Binsfeld

* * * *

Keine Belehrung nötig
17.07.2006


Leserbrief zum Streit um den Fluglärm in Binsfeld:

Ich bin gerne bereit, der Familie Follmann aus Arenrath meine 53-jährige Erfahrungen mit Fluglärm und Abgasen mitzuteilen. Bedingt durch Feldarbeiten in Nähe der Rollbahn weiß ich, was Fluglärm bedeutet. Ich habe in meinem Wohnhaus fast 53 Jahre den Lärm und Abgase ertragen, den die Schulkinder und Kinder aus dem Kindergarten heute ebenfalls ertragen. Dies trifft in gleichem Maße für alle Mitbürger der Gemeinde Binsfeld zu. Das bedeutet aber auch, dass ich keine Belehrung, was Fluglärm und Abgase betrifft, von Herrn Follmann aus Arenrath benötige. Was die mehrfachen Angriffe gegenüber unserem Bürgermeister Herres, mittlerweile auch gegen unseren Gemeinderat, betrifft, sollte sich Herr Follmann besser um die Belange seiner Gemeinde Arenrath kümmern. Es ist einmalig, dass sich ein Bürger, dazu noch ein Ratsmitglied, einer Nachbargemeinde gegenüber mehrfach so abfällig äußert. Ich werde im Ortsgemeinderat Binsfeld den Antrag stellen, die Äußerungen, die Herr Follmann im Leserbrief vom 4. Juli gemacht hat, zu missbilligen. Ich selbst stelle die Arbeit des Bürgerbeauftragten sowie des Landesjugendamtes als unsinnig dar, da dies schon vor mindestens 15 Jahren hätte geschehen müssen. Zu diesem Zeitpunkt war das Landgericht Trier und später das Oberlandesgericht Koblenz mit Fluglärm und gesundheitlichen Auswirkungen durch die Airbase beschäftigt. Die Gerichte haben einen Teil der Binsfelder Bürger seinerzeit eine Entschädigung wegen Wertminderung von Grundstücken zugesprochen. Für Gesundheitsschäden waren die Gerichte nicht bereit, eine Entschädigung zu leisten. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wussten Landesjugendamt sowie Bürgerbüro und andere Behörden, wenn sie es denn wollten, über Lärmwerte von Kindergarten und Schule Bescheid.

Werner Pitsch, Binsfeld

(Anmerkung der Redaktion: Der Autor ist Beigeordneter der Gemeinde Binsfeld)

* * * *

Grob fahrlässig

Zum Artikel "Stört Fluglärm den Schlaf" (TV, 17. Juni)

Eines ist sicher, der Schlaf der Verantwortlichen von Kindergarten und Grundschule Binsfeld wurde bisher durch den Fluglärm nicht gestört, sonst hätten diese in der Angelegenheit nicht so viel verpennt! Es könnte aber auch sein, dass man zu beschäftigt ist, die Fehler aus der Vergangenheit noch weiter unter den Teppich zu kehren. Nach wie vor ist es ein unmöglicher Zustand, dass sich der Kindergarten und die Grundschule unmittelbar an Rollbahn, Munitionslager und Verladerampe vom Militärflugplatz Spangdahlem befinden. Dieses bestätigt auch das medizinische Gutachten, das zum Ausbau der Airbase erstellt wurde, offensichtlich aber nie von den Verantwortlichen gelesen wurde. Ortsbürgermeister Herres führt sich wie üblich als Fürst von Binsfeld auf und stellt die Arbeit des Bürgerbeauftragten und des Landesjugendamtes fast als unsinnig dar. Sicherheitshalber macht er die Biegas noch zum Sündenbock. Aufgrund rückläufiger Kinderzahlen und leerer kommunaler Kassen stehen Kindergärten und Grundschulen auf dem Prüfstand. Es ist davon auszugehen, dass mittelfristig eher Einrichtungen geschlossen werden, als dass man in der Richtung investiert. Einrichtungen, die mit Problemen belastet sind, werden von Schließungen als erstes betroffen sein.

 

Es ist aber grob fahrlässig, die Probleme herunterzuspielen und so die Gesundheit und Sicherheit unserer Kinder aufs Spiel zu setzen. Nichts anderes hat man bisher getan! Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens der Flugplatzerweiterung hatten die Ort-Gemeinden die Möglichkeit, Forderungen zu stellen. Der Neubau von Kindergarten und Grundschule hätte man als lebensraumverbessendere Maßnahme fordern müssen. Mit guten Willen hätte sich in Binsfeld auch ein geeigneter Platz gefunden. Am Geld kann es nicht gelegen haben. Beim Flugplatzausbau waren angeblich 40 Millionen Euro überschüssig, die in Ramstein für Lärmschutzmaßnahmen verwendet wurden. Beim Gelingen eines Neubaus hätte auf lange Sicht niemand den Standort Binsfeld für die beiden Einrichtungen in Frage gestellt. Stattdessen hat man die Erweiterung des Radwegenetzes als wichtiger angesehen und gefordert. Wenn es nun wirklich dazu kommen sollte, dass die Behörden den Betrieb von Kindergarten und Grundschule in Binsfeld als untragbar ansehen, ist einzig und allein die Ortsgemeinde in Verbindung mit der Verbandsgemeinde Wittlich-Land verantwortlich.

Jörg und Susanne Follmann,


Ist der Überbringer schlechter Nachrichten der Täter?

Leserbrief zum Artikel „Stört Fluglärm den Schlaf?“, TV vom 17./18.Juni 2006

26.06.2006

Bürgermeister Herres fährt in der Diskussion um Lärmbeeinträchtigungen durch die Airbase Spangdahlem in unmittelbarer Nähe des Binsfelder Kindergartens ja schweres Geschütz auf! Er behauptet, die BIEGAS setze „unhaltbare Behauptungen“ in die Welt und außerdem sei sie es quasi Schuld, wenn’s jetzt Schwierigkeiten bei der Genehmigung gibt, Kinder unter 3 Jahren in den Binsfelder KiGa aufzunehmen. Verkehrte Welt, nach dem Motto „der Überbringer schlechter Nachrichten ist der Täter“ ?! Fakt ist: 1. es gibt nun mal Lärm rund um die Airbase – das liegt in der Natur der Sache und ist im Übrigen mess- und nachweisbar. 2. Bürgerbeauftragter Galle hat mit Sicherheit Besseres zu tun, als sich mit „unhaltbaren Behauptungen“ auseinander zu setzen. Wenn er sich des Falls des Binsfelder Kindergartens angenommen hat, so sieht der Bürgerbeauftragte dort zumindest mal Untersuchungsbedarf. Herr Herres missachtet m.E. mit seiner Kritik am Vorgang insofern auch das Amt und Tun des Bürgerbeauftragten. 3. es wäre Sache des Gemeinderats gewesen, sich den Fragen Lärm(schutz)/ Kindergarten im Vorfeld zu widmen.

Der Antrag der FWG, den Kindergarten zu verlegen, wurde im Gemeinderat abgelehnt. Schade, dass wäre sicher für Kinder – über und unter 3 Jahren! - und Eltern eine Chance gewesen, die Situation des Kindergartens und der Grundschule, die jetzt nur einige hundert Meter von der Rollbahn entfernt sind, zu verbessern. Kurzfristig und in Anbetracht des Betreuungsbedarfs tun´s vielleicht zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen. Gleichzeitig sollte der Gemeinderat den FWG-Antrag nochmals überdenken – im Interesse der jüngsten Bürgerinnen und Bürger!! 

Jutta Blatzheim-Roegler

 Am Heiligenrech 9

54470 Bernkastel-Kues

blatzheim-roegler@t-online.de

06531-6148


Nichts unternommen
25.06.2006

Ebenfalls zum Bericht "Stört Fluglärm den Schlaf?" (TV vom 17./18. Juni) erreichte uns auch diese Zuschrift:

Bereits im Gutachten zur Erweiterung der Air Base Spangdahlem wurde darauf hingewiesen, dass mit einer Zunahme des Lärms im Bereich des Kindergartens Binsfeld zu rechnen sei. Noch vor Zustimmung des Gemeinderats Binsfeld haben wir daher den Ortsbürgermeister Lothar Herres aufgefordert, aktiv zu werden.

Bis zum heutigem Tage hat er nichts unternommen, um die diesbezügliche Situation des Kindergartens zu verbessern. Dabei wäre es durchaus denkbar und möglich gewesen, den Kindergarten im Rahmen und auf Kosten der Erweiterung der Air Base in eine ruhigere Wohnlage Binsfelds zu verlegen.

Die hier gezeigte Untätigkeit ist in anderen Nachbargemeinden meines Erachtens nach undenkbar. Unsere Befürchtungen im Bezug auf die durch die Erweiterung zu erwartenden Belastungen wurden leider bei weitem übertroffen. Letztlich waren es wohl die aktuellen Urteile im Rahmen der Fluglärmprozesse Binsfelder Bürger vor dem Oberlandesgericht Koblenz aus dem Jahre 2005, welche das Landesjugendamt sowie Gesundheits- und Gewerbeaufsichtsamt veranlassten, sich mit der Situation vor Ort zu beschäftigen, und leider nicht die hierfür eigentlich zuständigen Kommunalpolitiker und Verwaltungen.

Die Urteile des OLG Koblenz besagen, dass der Fluglärm im Bereich der Gemeinde Binsfeld enteignende Wirkung hat und somit die Gesundheit der Anwohner schädigt. Für den Ortsbürgermeister der Gemeinde Binsfeld ist dies kein Grund, seine Meinung zu ändern. Er beschränkt sich vielmehr auf verbale und unsachliche Aussagen gegen Biegas. Treu seinem Motto: Nicht das Oberlandesgericht hat Recht, sondern ich, Herres, habe Recht, hatte Recht und werde sowieso auch in Zukunft immer Recht haben.

Elmar Döhr, Binsfeld   2. Vorsitzender Biegas


Miesmacher
25.06.2006


Zum Bericht "Stört Fluglärm den Schlaf?" (TV vom 17./18. Juni):

Den Ärger betroffener Eltern, deren zweijährige Kinder nicht wie geplant in der Kindertagesstätte (Kita) aufgenommen werden können, kann ich gut verstehen. Wenn die Flugzeuge ihre gewohnten Kreise über Binsfeld ziehen, ist der Lärmpegel im Bereich der Kita nicht größer als an anderer Stelle des Dorfes, so dass die Kinder in der Kita nicht stärker vom Lärm betroffen sind als diejenigen, die zu Hause ruhen. Außerdem richtet sich das Schlaf-Bedürfnis nach dem individuellen Verlangen eines Kindes und nicht nach dessen Alter.

Mein zweijähriger Sohn besucht seit mehreren Wochen die Kita in Binsfeld. Ich kann nicht feststellen, dass er dort mehr dem Fluglärm ausgesetzt ist als Zuhause.

Allen Eltern liegt das Wohl ihrer Kinder am Herzen. Sollte die Lärmbelästigung auf dem Gelände der Kita so groß sein, dass sie unsere Kinder dauerhaft irreversibel schädigen würde, hätten wir sie erst gar nicht dort angemeldet. Die Verlegung der Kita ist nicht möglich. Eine Schließung hätte einerseits zur Folge, dass die Kinder mit dem Bus in benachbarte Dörfer in den Kindergarten gebracht werden müssten. Zum anderen hätten wir sieben arbeitslose Erzieherinnen mehr. Und das ist sicherlich nicht erstrebenswert.

Wir wollen in einer familienfreundlichen Gesellschaft leben, in der auch Mütter ihre Berufstätigkeit ausüben können. Doch anscheinend lauern immer irgendwo "Miesmacher", die sich dem entgegensetzen.

Es darf nicht sein, dass eine Bürgerinitiative wie Biegas einen solchen Stein ohne handfeste Fakten ins Rollen bringt und dabei Familien in ihrer (finanziellen ) Zukunftsplanung hemmt. Der Informationsaustausch der Biegas sei in Frage gestellt, da der Vorsitzende Günter Schneider von Messungen nichts weiß (oder wissen will). Ihnen sind die Auswirkungen ihres Handelns leider nicht bewusst.

Persönlichen Ärger und Probleme mit der Air Base Spangdahlem sollten diese an entsprechender Stelle abklären und nicht auf dem Rücken unserer Kinder und deren Familien austragen.

Den Kindern darf der Weg in die Kita nicht versperrt werden!

Stefan Schinhofen, Binsfeld

Stellvertretender Vorsitzender des Elternausschusses der Kita "Abenteuerland" in Binsfeld


Man hört den Unterschied
08.06.2006

Leserbrief zu „Nachholbedarf am Eifler Himmel“ im TV vom 24. Mai 2006.

Dieser Artikel ist gut recherchiert und spricht die Probleme durch Fluglärm weitgehend an, einige Aussagen vom US-Flugplatz Spangdahlem sind jedoch erklärungsbedürftig:

Das erhöhte Flugaufkommen wegen des Nachholbedarfs, das Frau Iris Reiff vom Flugplatz Spangdahlem anspricht, ist weniger das Problem, es ist sogar zu verstehen.

Schwerer zu verstehen ist, warum auf die Kritik an nächtlichen Triebwerktests im Freien während der Ostertage nur der Test an einer C-17 zwischen 20:34 und 20:40 erwähnt wird. Damit werden die Tests heruntergespielt, die teilweise bis in die frühen Morgenstunden, wenn auch in den Flugzeugunterständen, stattfanden. Erstens sind diese immer noch laut genug, um als nächtliche Ruhestörung zu wirken und zweitens unterscheidet das Verbot von Triebwerksprüfungen im Freien zwischen 19:00 abends und 7:00 Uhr morgens durch die „Luftrechtliche Genehmigung für die Erweiterung des Militärflugplatzes Spangdahlem“ nicht zwischen Triebwerksläufen im Leerlauf oder mit maximalem Schub. Beide sind – mit Ausnahme zwingender Notwendigkeit – nicht erlaubt und bedürfen der Feststellung als „zwingend notwendig“ und der Genehmigung durch den Kommandanten.

Absolut nicht zu verstehen ist, warum seit etwa 10 Jahren diese Tests nachts nur sehr selten zu hören waren, eben weil sie in der Lärmschutzhalle durchgeführt wurden. Erst seit Oberst David Goldfein den Flugplatz Spangdahlem leitet, wurden diese Tests fast zur Regel – ohne Rücksicht auf die eben genannte „Luftrechtliche Genehmigung“ und ohne Rücksicht auf die Menschen in den Randgemeinden des Flugplatzes Spangdahlem.

Es waren übrigens keine Triebwerke von Transportmaschinen die in Beilingen, Herforst und anderen Gemeinden die Nachtruhe störten, wie behauptet wird – wer seit Jahrzehnten in Flugplatznähe wohnt, weiß wohl zwischen Düsenlärm einer F 16 und dem eines Frachtflugzeugs zu unterscheiden.

Eine Frechheit ist es zu behaupten, der Testlärm würde nur 75 dB und damit dem Lärm einer dicht befahrenen Straße entsprechen. Noch nie war der Straßenlärm aus Binsfeld in Beilingen oder Herforst zu hören. Sehr wohl zu hören ist jedoch nicht nur in diesen Gemeinden der Lärm der Düsentriebwerke. Da werden die Ergebnisse einer Messstation der Biegas entweder bewusst falsch wiedergegeben oder falsch interpretiert. Es wäre interessant zu hören, was die Binsfelder zu dieser Interpretation sagen, denn wenn diese stimmen würde, wäre der nächtliche Triebwerkslärm in Binsfeld nicht lauter als der Lärm einer dicht befahrenen Straße.

Kurt Weiser         Herforst, den 31. 05. 2006


23.02.2006

In Ihrem Artikel „Fehler wird Chefsache“ versprach der Kommandant der Airbase Spangdahlem Oberst Goldfein, dass er alles daran setzen werde, dass eine Verschmutzung des Linsbach wie im Januar geschehen, sich nicht wiederholen werde. Auch wurde zwischenzeitlich der Gemeinderat von Binsfeld auf die Airbase eingeladen, um die uneingeschränkte Akzeptanz, die der Flugplatz trotz aller Lärm- und Umweltbelastung bei fast allen Kommunalpolitikern genießt, nicht doch ein wenig zu verspielen.

Durch diese Maßnahme versuchte man, die durch Gestank und Presseberichte verunsicherte Bevölkerung zu beruhigen. Doch leider ohne Erfolg.

Denn keine drei Tage nachdem der Artikel im Volksfreund erschienen war, gelangte erneut belastetes Wasser von der Airbase in den Bach – dieses Mal allerdings mit ausdrücklicher Genehmigung der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, die auch für die Enteignung der Binsfelder Bürger im Rahmen der Erweiterung zuständig war. Damit scheint das Problem für die Airbase endlich gelöst. Denn welche Privatperson oder welcher Unternehmer kann schon mit Erlaubnis einer Behörde die Umwelt verschmutzen?

Da bleibt für uns nur noch die Frage offen, warum eigentlich 11 Mio € Steuergelder für eine Kläranlage verbaut wurden, wenn doch die oben genannte Behörde erlaubt das von den Amerikanern benutzte Enteisungsmittel einfach im Bach zu entsorgen?

Günter Weber, Binsfeld


24.01.2006    Bezug auf zum TV-Bericht: Alkohol, Sauerkraut und Ungewissheit vom:

Ihre Meinung/Anfrage

Das Rätsel um das ungewöhnlich riechende Wasser des Binsfelder Linsenbachs ist von Amtlicher Seite noch nicht geklärt, dennoch gibt es dazu wie in solchen Fällen immer bereits eine amtliche Verlautbarung welche da lautet: Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht! Zwar gibt es Hinweise, das ein Kontakt mit dem Wasser zu Hautveränderungen führt und Tierhalter in der Region wurden aufgefordert ihre Tiere von dem Gewässer fern zu halten, anderseits weist man daraufhin, das er zu keinem Fischsterben gekommen ist. Dies dürfte der Wahrheit entsprechen, denn seit ca. 50-zig Jahren befinden sich in der Linsenbach ohnehin keine Fische mehr. Man weiß warum. Obwohl alles in Ordnung ist, hat man sich entschlossen, das Wasser zu untersuchen. Die Ergebnisse solcher Gut-achten im Bereich der Air Base sind uns aus der Vergangenheit wohl bekannt, denn sie haben immer den gleichen Wortlaut und so ist damit zu rechnen, das wir demnächst erfahren das Wasser des Linsenbach ist in Ordnung, es hat sogar eine hervorragende Qualität, gereinigt von sämtlichen Lebewesen verfügt es über den unschätzbaren Vorteil nicht zu gefrieren.
Sollten nunmehr Anlieger auf den Gedanken kommen, dieses Wasser als Frostschutzmittel zu verwenden, so sei darauf hingewiesen, dass dies nur mit der Erlaubnis der Ortsgemeinde und der übergeordneten Verwaltung erlaubt ist. Nun ist es jedoch auch durchaus möglich, das es für die Angelegenheit eine viel harmlosere Erklärung gibt, meldet doch ein Radiosender, das der Linsenbach so stinkt, als sei er besoffen und dies wäre ja wohl verzeihlich und verständlich, im Anbetracht dessen, wie hier am Rande der Air Base Spangdahlem mit der Natur und der Gesundheit der Bevölkerung umgegangen wird. Es stinkt zum Himmel, und keiner will es riechen.

Hans Günther Schneider


Respekt für den Commander
20.01.2006


Zur Berichterstattung über Nachtflüge US-amerikanischer Militär-Jets schreibt dieser Leser:

Die Ankündigung der amerikanischen Luftwaffe in Spangdahlem im TV, verstärkt Nachtflüge zu unternehmen, erlaubt einen Rückblick auf die vorerst letzten nächtlichen Lärmbelastungen Mitte Dezember 2005. In dieser Zeit wurden, wie so oft zuvor, nächtliche Triebwerksteste außerhalb der Schallschutzgebäude vorgenommen, wogegen ich mich verwahrte. Anders als bei ähnlichen Beschwerden zuvor nahm Commander David Goldfein mit mir telefonischen Kontakt auf und gab zu – auch das völlig neu –, dass zumindest der letzte nächtliche Test im Freien nicht nötig gewesen wäre.

Dafür verdient Commander Goldfein Respekt. Denn bisher glaubten die meisten Kommandanten von Spangdahlem ihrem Land am besten zu dienen, in dem sie die gesundheitsschädigenden Belastungen der Menschen in den Randgemeinden leugneten, herunterspielten oder als unvermeidbar darstellten.

Commander David Goldfein – so seine Aussage – wird sich jeden nächtlichen Triebwerkstest zur Genehmigung vorlegen lassen und die Genehmigung nur dann erteilen, wenn er den Test aus seiner Sicht für unvermeidbar hält. Dies lässt zwar einen weiten Spielraum offen, doch ich glaube Goldfein, dass er es mit diesem Vorhaben ernst meint. Es wird sich zeigen, wie weit dies so ist und ob es dem Commander gelingt, vor allem die nächtlichen Triebwerkstests im Freien einzustellen. Schließlich weiß ich, dass es immer wieder Wartungsmannschaften gibt, die den bequemeren Weg der Tests im Freien vorziehen.

Ein Umdenken der Verantwortlichen des Flugplatzes scheint dringend nötig. Denn mir fällt auf, dass derzeit viele Menschen im persönlichen Gespräch Wut und Unverständnis über den Flugplatz Spangdahlem äußern, auch wenn sie nicht wagen, sich offen gegen den Fluglärm auszusprechen. Diese, wenn auch unterdrückte, massive Ablehnung kann nicht im Sinne aller Verantwortlichen sein, denn damit wird letztlich die Akzeptanz des Flugplatzes in Frage gestellt, ohne dass darüber eine offene Debatte stattfindet.

Kurt Weiser

Herforst


Leserbrief zu: Kinder im Dauerstress  TV vom 29.7.2005

Am Geld soll es nicht scheitern!
Es ist schon merkwürdig: für eine mögliche Verlegung von Kindergarten und Schule aus der unmittelbaren Nähe der Airbase ist angeblich kein Geld da, gleichzeitig hat das Land Rheinland-Pfalz angekündigt, es wolle in einem so genannten Housing- Programm in den nächsten Jahre 1500 Wohneinheiten in Ramstein und Spangdahlem errichten, um "die US-Truppen langfristig durch attraktive Standorte in Rheinland-Pfalz zu halten" (TV vom 20.4.2005). Weiter: "Zum Ausbau der Base mit Wohnsiedlung, Geschäften, Schule und Freizeitstätten will der Bund eine zusammenhängende Fläche zur Kompensation kaufen" (TV vom 29.7.05). Eine Umsiedlung von Kindergarten und Schule in Binsfeld müsste da meines Erachtens im Rahmen des Verlegungsprogramms zu finanzieren sein.
Für wenig schlüssig halte ich die Argumentation, ein Neubau sei nicht möglich, da der potentielle neue Standort am südlichen Ortsrand mittlerweile (!) in der Lärmzone 2 liege. Immerhin befindet sich der jetzige Standort nur wenige hundert Meter von Base inklusive erweitertem Munitionsdepot entfernt. Das ist ja nun auch keine Empfehlung für eine optimale Lage.
Ich unterstütze den Wunsch der Antragsteller im Gemeinderat Binsfeld, dass sich die Politiker der Region - egal in welcher Funktion - dafür einsetzen, dass die Kinder in Binsfeld einen besseren Standort für Kindergarten und Schule bekommen. Hier darf nicht das Geld das ausschlaggebende Argument sein, sondern der politische Wille!

Jutta Blatzheim-Roegler

Bernkastel

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Zum Bericht: Kinder im Dauerstress ( Kindergarten Binsfeld)    29.07.2005

Chance verschlafen

Jeder, der sich den Standort vom Kindergarten und der Grundschule in Binsfeld unvoreingenommen betrachtet, ist der Meinung dass es ein unmöglicher Zustand ist, dass diese beide Einrichtungen nur ca. 350m an Start und Landebahn des Militärflugplatzes liegen.

Von  politischer Seite bekommt man zu hören, dass sich alles im gesetzlich und juristisch einwandfreiem Rahmen befände.

Nach den Ausführungen der Träger könnte man fast den Eindruck bekommen, dass sich der Kindergarten und die Grundschule in einem Naherholungsgebiet befinden.

Als es Anfang 2002 darum ging Forderungen als Ortsgemeinde im Bezug auf den Flugplatzausbau zu stellen, hätte man den Neubau von Kindergarten und Grundschule fordern können. Bei Erfolg wäre der Standort der beiden Einrichtungen langfristig gesichert gewesen.

Diese Forderung hat der Ortsbürgermeister von Binsfeld  als unrealistisch  bezeichnet.

Ich frage mich ob die Anbindung an das regionale Radwegenetz als gestellte Forderung mehr  realistisch und wichtiger ist.

Im umweltmedizinischen Gutachten, was zum Ausbau der Airbase erstellt wurde ist zu lesen, dass der als Grenzwert geltende Lärmpegel von 57 dBA  am Kindergarten Binsfeld mit 69,6dBA wesentlich überschritten und deutlich zu hoch ist.

Bei der Schule spricht man von einem Pegel innen von L max.55 dBA , der angeblich eingehalten wird. Anzustreben und empfohlen ist 35 dBA um konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen.

Im Gutachten wird außerdem auch auf die wissenschaftlich nachgewiesenen negativen Auswirkungen von Fluglärm auf das Lernverhalten bei Kindern hingewiesen.

Zudem fällt es schwer zu glauben, dass die als Grenzwert genannten Pegel nicht überschritten werden wenn man bedenkt, dass am Kindergarten 120 dBA beim Start einer F 16 gemessen werden. Ein Spitzenschallpegel ab 90 dBA gilt als gesundheits- gefährdend.

Die Rampe, wo Gefahrgüter umgeladen werden, befindet sich auch in unmittelbarer Nähe. 

Sind unsere  Kinder dort sicher aufgehoben, wenn man bedenkt, dass bei einem Bombenalarm auf dem Flugplatz die Grundschule in Binsfeld evakuiert wurde und man den Kindergarten schlicht und ergreifend vergessen hat?

Ist das wirklich den meisten egal oder liegt die Frustrationsschwelle der Menschen hier wirklich so hoch? Was motiviert einzelne Personen aus der regionalen Politik sich so engagiert für den Flugplatz Spangdahlem einzusetzen? Es geht hierbei nicht darum, den Flugplatz der als wirtschaftlich wichtiger Faktor zählt in Frage zu stellen sondern nur um den sehr kritischen Standort von Kindergarten und Schule.

 

Jörg Follmann, Arenrath


10.07.05

"Dieser Leserbrief zeigt , wie wenig sich das Gemeinderats- und HNCS-Mitglied Herr Stuckart sich mit den Sorgen um die Gesundheit der Bürger auseinandersetzt."

Leserbrief von Ewald Stuckart aus Binsfeld

Wer kritisiert muss damit rechnen, dass er sich ebenfalls der Kritik aussetzt. Das gilt auch für seine eigene Person. Die so geübte Kritik ist meilenweit entfernt davon, jemandem das Recht auf die freie Meinungsäußerung zu verwehren oder gar beleidigend und ehrverletzend zu sein. Wer das behauptet, wie es beispielsweise die Binsfelder Bürger E. Döhr, H.G. Schneider und G. Weber in ihrem Leserbrief zum Thema Fluglärm durch Air Base in der letzen Ausgabe der Eifelzeitung getan haben, hat offensichtlich noch nicht begriffen, wie eine demokratische Gesellschaft funktioniert. Am allerwenigsten scheinen diese Herren jedoch fähig zu sein, Kritik zu ertragen. Unserem Ortsbürgermeister Lothar Herres haben sie vorgeworfen, seine Mitgliedschaft im Host Nation Council verschwiegen zu haben, obwohl diese Tatsache in Bezug auf  den von ihm veröffentlichten Leserbrief  nicht relevant ist.  Die genannten Herren Döhr, Schneider und Weber verschweigen jedoch, dass sie allesamt Vorstandsmitglieder in der Bürgerinitiative gegen den Flugplatzausbau sind.

Im übrigen ist zu dem Leserbrief von Herrn Gansen festzustellen, dass er im Hinblick auf die vom Flugplatz angekündigten Übungen, ebenso wie der Trierische Volksfreund, von völlig falschen Voraussetzungen ausgegangen ist. Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, dass die genannten Übungen ausschließlich das Bodenpersonal betreffen und sich allenfalls auf den Straßenverkehr im unmittelbaren Bereich der US Air Base auswirken. Kein einziges Flugzeug wird dadurch bedingt mehr in den Himmel aufsteigen. Das Herr Gansen kein Verständnis für Kommunalpolitiker hat, die sich über den Fortgang der Arbeiten auf dem Flugplatz informieren, mag mit seiner erklärten Gegnerschaft zu seinem ehemaligen langjährigen Arbeitgeber zusammenhängen.

Das ändert jedoch nichts daran, dass es auch Aufgabe der Kommunalpolitiker ist, sich über die Baumaßnahmen auf der Air Base ein Bild zu machen und sich zu vergewissern,  dass die getroffenen Vereinbarungen  eingehalten und entsprechend den Genehmigungen gebaut wird!

Ewald Stuckart, Binsfeld

 

Anmerkung
der Biegas:

Diesen Artikel finden Sie auch in der Druckausgabe der Eifelzeitung Nr. 26/2005 (Rubrik: Lesermeinungen)

"Dieser Leserbrief zeigt , wie wenig sich das Gemeinderats- und HNCS-Mitglied Herr Stuckart sich mit den Sorgen um die Gesundheit der Bürger auseinandersetzt."

12.06.05

Stellungnahme einiger Binsfelder Bürger zum Leserbrief von Lothar Herres, Ortsbürgermeister von Binsfeld (TV 10.06.05)

 Als Bürger der Gemeinde Binsfeld müssen wir uns doch sehr wundern, wie der Ortsbürgermeister Lothar Herres auf die berechtigte Kritik von Herrn Gansen an der zunehmenden Lärmbelastung durch die US-Airbase Spangdahlem reagiert hat.

Auf die vorgebrachten Kritikpunkte geht Herr Herres mit keinem einzigen Wort ein. Zu der von ihm hervorgehobenen Beschäftigung von Herrn Gansen bei der Airbase sei nur angemerkt, dass dieses Arbeitsverhältnis bereits 1991 endete – zu einer Zeit, als die Flugzeuge noch nicht mit der wohlwollenden Zustimmung des Ortsbürgermeisters in den Vorgärten von Binsfeld standen.

Da ihm also offensichtlich Gegenargumente fehlen, greift er den Schreiber, einen ehrenwerten und alteingesessenen Binsfelder Bürger, auf eine verletzende und beleidigende Art persönlich an – Herr Ortsbürgermeister Herres selbst, seines Zeichens Vorstand im Lobbyverein HNCS, wird im Übrigen im gesamten Leserbrief mit keinem Wort erwähnt. Dass von ihm mehrfach betonte „ureigenste Recht auf freie Meinungsäußerung“ endet für ihn wohl dort, wo Menschen öffentlich Kritik an den Auswüchsen des US-Flughafens äußern.

Elmar Döhr, Hans-Günther Schneider, Günter Weber,

Binsfeld

+++++

Zum Leserbrief von Andreas Gansen in der letzten Ausgabe der Eifel-Zeitung (20. KW)

Es ist Jedermanns ureigenste Entscheidung für oder gegen etwas zu sein. Es ist auch seine ureigenste Entscheidung und ausschließlich in seiner Disposition, diese seine Meinung veröffentlichen zu lassen, bzw. sie öffentlich zu machen. Es ist auch Jedermanns ureigenste Entscheidung genau diese veröffentlichte Meinung zu Kritisieren und anderer Meinung zu sein. Das macht den einen nicht zu einem bessern und den andern nicht zu einem schlechtern Menschen.

Ich habe in diesem Zusammenhang auch absolutes Verständnis dafür, dass besonders die Generation, die ihre Jugend im Kriege oder in einem zerbombtem Nachkriegsdeutschland gelassen hat, in der heutigen Zeit kritisch darüber nachdenken, ob man Militär denn überhaupt noch braucht. Bedenklich stimmt mich allerdings, dass ein Angehöriger genau der soeben von mir zitierten Generation offensichtlich ganz wesentliche Dinge unserer Nachkriegsgeschichte vergessen haben scheint. Gleichzeitig frage ich mich, welche moralischen Anforderungen Herr Gansen an jemanden stellt, der selbst über viele Jahre in dieser von ihm jetzt so sehr verteufelten Militärmaschine gearbeitet, sie mit am Laufen gehalten hat und während seiner jahrzehntelangen Beschäftigung über einen sichern Arbeitsplatz verfügte.

Lothar Herres    54518 Binsfeld

+++++

11.05.2005

Betr.: Deutschamerikanisches Informationsforum tagt auf dem Flugplatz Spangdahlem

          (Anfang Mai 2005)

60 Jahre nach Kriegsende wird in diesen Tagen auf der ganzen Welt den Opfern des 2. Weltkrieges gedacht. Anders in den Eifel: Dort verkündet der Kommandant des US-Flughafens den 12 angereisten Kommunalpolitikern des Informationsforums Spangdahlem, das in Zukunft alle 2 Monate eine Woche der Erstfall - sprich Krieg – geübt werden muss.

Schließlich müsse das US-Militär jederzeit auf der ganzen Welt einsatzbereit sein. Anschließend gewährte der Kommandant den anwesenden Forumsteilnehmer noch einen imponierenden Helikopterrundflug über die fortschreitenden Baumaßnahmen im Zuge der Verlegung der Transportflugzeuge in die Eifel . Ein einfacher Sparziergang über die angrenzenden Wirtschaftswege hätte gereicht, um sich ein Bild über die Landschaftsverschandelung zu machen...

Einen Vorgeschmack, was die Übungen für den Erstfall  für die schon seit mehr als 50 Jahren von Fluglärm und Abgasen betroffenen Bürger im Umkreis der Airbase bedeuten, bekamen wir schon in der Nacht vom 06.05  auf den 07.05. In dieser  Nacht starteten mehrere Jagdflugzeuge gegen 1.00h und gegen 5.00h mit solch einem Lärm, dass der Schlaf für viel schon schnell zu Ende war, bevor er erst richtig begonnen hatte.

Angesichts dieser Aussichten sowie der Tatsache, dass die Landesregierung einen Bombenabwurfplatz in Baumholder für die US-Kampfflugzeuge einrichten will, muss man sich fragen, ob für die Bewohner der Eifel der Krieg wirklich zu Ende ist.

60 Jahre nach Kriegsende erkennen unsere Politiker immer noch nicht, welchen gesundheitlichen Schaden sie der Bevölkerung antun. Wahrscheinlich hat niemand von ihnen je einen Krieg erlebt um zu wissen, welches Unheil solche Übungen im Ernstfall anrichten sonst hätten Sie die Worte des Kommandanten nicht ohne Widerrede hingenommen.  >>>

Andreas Gansen, Binsfeld

 

Kommunalpolitiker der hiesigen Region lassen sich mit 2 Helikoptern durch die Luft schaukeln und genießen das Hofieren
durch die Amerikanische Führung der Airbase.

HINWEIS: Eine Reiterin stürzte beinahe durch den niedrigen Site-Seeing Flug vom Pferd und entging einer Verletzung nur knapp. Die Helikopter hatten Minutenlang die Reiterin überflogen. Das ließ, den darauf von der Reiterin angesprochenen Bürgermeister von Binsfeld, (selbst im Helikopter) ungerührt. Die Besatzungsmacht scheint in seinen Augen Narrenfreiheit zu haben.


18.03.2005

Die Welt bleibt ein Stück unsicherer! Konversion statt Kriegsflughafen fördern!

"Ein guter Tag für die Region" kommentiert der TV, dabei weiß
inzwischen jeder, dass das für viele Anwohner, die unter Lärm und
Abgasen leiden und  enteignet wurden, die Nachricht dass die
Todesmaschinen bleiben sollen, ein schlechter Tag ist. Aber er hat
Recht: die Kampfjets sind gut für ein Gleichgewicht - ein Gleichgewicht
des Schreckens von Krieg und Ausbeutung - Warum spricht niemand, wofür
diese Airbase da ist: Soldaten töten im Auftrag der Reichen für Öl,
Märkte und weltweiten Machterhalt - entsprechend der
US-Präventivkriegsstrategie, der auch Europa mit der EU-Verfassung
inklusive Aufrüstungsverpflichtung nacheifert.
Dieser todbringende Kriegsflughafens bringt eine gefährlich einseitige
Abhängigkeit für einige Menschen der Region. Er verbaut vor allem
andere zivile Arbeitsplätze und  Einnahmemöglichkeiten wie erneuerbare
Energien und Tourismus. Jetzt müssen zivile Alternativen für die Menschen,
die sich in die Anhängigkeit vom Militär begeben haben,
entwickelt werden. Denn ein Abzug kommt vielleicht eines Tages doch
noch, weil die USA sparen muss oder andere Kriegsstrategien die
Verlegung zwingend machen und weil  neue Weltraumwaffen geplant sind,
die solche Airbase unnötig machen. Gott sei dank? Scheinbar
dankt Damian Schwickerath dem gleichen Gott wie Mr. Bush, dem obersten
Chef auch der Airbase Spangdahlem - bekannt  für Atomwaffen,
Kriegslügen und Folter.

Markus Pflüger


Fall für den Rechnungshof?


Zur Berichterstattung über den Host Nation Council (TV, 3. Februar) dieser Leserbrief:

 
Ist doch interessant mal Zahlen, Daten, Fakten zu bekommen. Als ich vor knapp einem Monat anlässlich des Besuchs des Bundestags-Petitionsauschusses in Speicher war, hätte man den Ausführungen einiger anwesender Lokalpolitiker zu Folge meinen können, der Host Nation Council (HNC) sei die reinste Volksbewegung in der Eifel während der Verein Biegas, eine Initiative gegen den weiteren Ausbau der Airbase Spangdahlem, nur ein paar versprengte Verirrte zu seinen Mitgliedern zähle.

Tatsächlich ist es mir egal, wie viele fähnchenschwenkende Mitglieder ein Freizeitclub HNC hat.

Unmöglich ist allerdings, dass öffentliche Gelder in diesen Club gepumpt werden. Das ist meines Erachtens ein Fall für Kommunalaufsicht und Landesrechnungshof. Selten hab ich einen so auf den Punkt gebrachten Kommentar wie den von Lars Ross gelesen.

Ob, wie lange und in welcher Form die US-Airbase bleibt oder nicht, wird letztlich eine Frage der geostrategischen Ausrichtung der US-amerikanischen Außenpolitik sein - und da wird weder ein Golfturnier noch ein Konzert eine entscheidende Rolle spielen.

Die engagierten Kommunalpolitiker, die so großzügig mit den Steuergeldern umgehen, sollten sich mal lieber dafür einsetzen, dass der Gesundheit, dem Lärmschutz und den Entschädigungs-Forderungen der unmittelbaren Anlieger der Airbase Rechnung getragen wird.

Jutta Blatzheim-Roegler

Bernkastel-Kues/Andel

(Anmerkung der Redaktion: Die Autorin sitzt für Bündnis90/Die Grünen im Kreistag Bernkastel-Wittlich)


04.02.2005 Voll ins Schwarze getroffen

 
Ein großes Lob an den Redakteur Harald P. Jansen, der mit seinem Artikel und dem dazugehörigen Kommentar über den Besuch des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages in Speicher voll ins Schwarze getroffen hat. Der einzige Grund für den Besuch des Ausschusses war die Petition der Erweiterungsgegner (Biegas e.V.), in der sie mehr Schutz für die Gesundheit der Bevölkerung gefordert hatten. Diese Tatsache wurde von den anwesenden Kommunalpolitikern und Bundestagsabgeordneten - mit Ausnahme der Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen - völlig ignoriert.

Stattdessen versteiften sie sich wie immer auf den rein wirtschaftlichen Nutzen der Airbase. Einzig die Aussage des Landrates Roger Graef (Bitburg-Prüm) über die Mitgliederzahl von etwa 140 Privatpersonen des Host Nation Council Spangdahlem war neu. Angesichts von 650 Zivilbeschäftigten auf der Base und der zahlreichen privaten Mietverhältnisse bleibt fraglich, ob sich der Petitionsausschuss von dieser Zahl beeindrucken lässt.

Wie sehr einige Bundestagsabgeordnete schon den Bezug zu den Bürgern ihrer Wahlkreise verloren haben, bewies Frau Dr. Leonhard. Sie nutzte die Gelegenheit, um sich zu profilieren, indem sie die Behauptung aufstellte, 95 Prozent der Anlieger der Airbase seien mit der Entschädigung des Bundes zufrieden. Hätte sie die bereits 2003 erfolgte Einladung der Biegas angenommen, hätte sie sich vom Gegenteil überzeugen können. Was die von der Bürgerinitiative angezweifelten Gutachten und einen stärkeren Schutz von Schule und Kindergarten in Binsfeld betrifft, bleibt für die Bürger nur noch die Hoffnung, dass die Mitglieder des Petitionsausschusses die berechtigten Einwände der Bevölkerung besser vertreten als der Großteil der Politiker vor Ort.

Sabine und Günter Weber,

Binsfeld

 


17.01.2005

Leserbrief zum Artikel „Die Hauptperson kam auch zu Wort“ vom 13.02.05

Ein großes Lob an ihren Redakteur Harald P. Jansen, der mit seinem Artikel und dem dazugehörigen Kommentar über den Besuch des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages in Speicher voll ins Schwarze getroffen hat. Der einzige Grund für den Besuch des Ausschusses war die Petition der Erweiterungsgegner (Biegas e.V.), in der sie mehr Schutz für die Gesundheit der Bevölkerung gefordert hatten. Diese Tatsache wurde von den anwesenden Kommunalpolitikern und Bundestagsabgeordneten – mit Ausnahme der Vertreter von Bündnis 90 / Die Grünen – völlig ignoriert. Statt dessen versteiften sie sich wie immer auf den rein wirtschaftlichen Nutzen der Airbase. Einzig die Aussage des Landrates Graef (Bitburg/Prüm) über die Mitgliederzahl von ca. 140 Privatpersonen des HNCS war neu. Angesichts von 650 Zivilbeschäftigten auf der Base und wenn man die zahlreichen privaten Mietverhältnisse bedenkt, bliebt fraglich, ob sich der Petitionsausschuss von dieser Zahl beeindrucken lässt. Wie sehr einige Bundestagsabgeordnete schon den Bezug zu den Bürgern ihrer Wahlkreise verloren haben, bewies Frau Dr. Leonhard. Sie nutzte die Gelegenheit um sich zu profilieren, indem sie die Behauptung aufstellte, 95 % der Anlieger der Airbase seien mit der Entschädigung des Bundes zufrieden. Hätte sie die bereits 2003 erfolgte Einladung der Biegas angenommen, hätte sie sich vom Gegenteil überzeugen können. Was die von der Bürgerinitiative angezweifelten Gutachten und einen stärkeren Schutz von Schule und Kindergarten in Binsfeld betrifft, bleibt für die Bürger nur noch die Hoffnung, dass die Mitglieder des Petitonsausschusses die berechtigten Einwände der Bevölkerung besser vertreten als der Großteil der Politiker vor Ort.

Sabine und Günter Weber, Binsfeld

15.02.2004

HNC erhält 600 € im Jahr

Leserbrief auf den Bericht im TV "Binsfeld bleibt eine Vorzeigegemeinde"

27.01.2004

Erst fragen, dann handeln


Zum Artikel "Zu teuer: Kein Geld für den Kontaktpfleger” (TV vom 8. Januar) erreicht uns diese Leserzuschrift:


Muss man sich eigentlich über das Scheitern des Lobbyistenvereins "Host Nation Council” wundern? Bestimmt nicht. Im Alleingang, das heißt ohne das Mandat der betroffenen Bürger, versuchten Militärs, Politiker und Wirtschaftsvertreter in Berlin die Werbetrommel für die Erweiterung des Flughafens Spangdahlem zu rühren, nicht zum Wohl der Allgemeinheit, sondern eher aus Eigennutz, der wie so oft als Gemeinnützigkeit getarnt war. Dabei sollten sich die vermeintlichen "Fürsprecher” der Region doch bitte einmal die Frage stellen, ob sich deren Bewohner noch heimisch oder eher unheimlich fühlen.

In den Einflugschneisen des Militärflughafens und um sie herum ist die Krebsrate erschreckend hoch.

Im Kreis Bitburg-Prüm liegt die Lungenkrebsrate ca. 20 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt. Daneben sind die vielen Fälle von Gehirntumor und Kinderleukämie alarmierend.

Wäre es vor diesem Hintergrund nicht ratsam gewesen, die immissionsgeschädigte Bevölkerung aus den Ortschaften um Spangdahlem erst zu befragen, bevor man sich in ihrem Namen für einen Kriegsflughafen stark zu machen versucht, der nur Krankheit, Elend, Leid und letztlich den Tod für viele bringt?

Sind sich die Mitglieder des Host Nation Councils eigentlich im Klaren über die Risiken, die sie eingehen möchten? Laut dem Gutachten zur Flughafenerweiterung wird die Schadstoffbelastung um 73 Prozent ansteigen, wenn die Großtransporter unser Land Tag und Nacht überfliegen. Wie beruhigend zu wissen, dass wir doch noch gewissenhafte Politiker haben, die denen die kalte Schulter zeigen, die ihren Amtseid falsch verstanden haben.

Karl Schneider

Binsfeld


09.01.2004

Außer Spesen nichts gewesen

Zu unserem Artikel "Zu teuer: Kein Geld für den Kontaktpfleger" (TV vom 7. Januar) meint ein Leser:

Eine tolle Kampagne sollte es werden. Startschuss im "wunderbaren Börlinn" - Gruppenbild mit Verteidigungsminister Struck, den amerikanischen Freunden aus Spangdahlem und der politischen Elite des Landkreises Bitburg-Prüm. Ein großes Presseecho sollte der Welt signalisieren: Wir stehen zusammen im Kampf um den Erhalt der Airbase Spangdahlem - und wenn wir noch so pleite sind, der Erhalt der Airbase ist uns jeden Euro wert.

Wenn das nicht Kreisaußenpolitik von Feinsten ist.

Und was jetzt? Der Lobbyist ist zu teuer - 350 000 Euro - für politische Schmiermittel sind dann doch etwas heftig, und das Presseecho ist ausgeblieben. Schon den Nachbarredaktionen des Trierischen Volksfreunds war das Kommando Berlin nicht einmal eine Meldung wert. Selbst die Suchmaschine Google findet im Internet zu dem Begriff "Host Nation Council" nur 17 Treffer, darunter vor allem die Homepages von Airbase-Gegnern, dann die Kreisnachrichten aus Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich und die Berichterstattung des TV , dessen Redakteure ja gottseidank diese Form der Zwergenpolitik bislang durchaus kritisch begleitet haben. Weder die Homepage der Spangdahlemer Airbase noch die Eifel-Times, Flugplatzzeitung der Amerikaner, geben Auskunft zum Thema Host Nation Council.

Das scheint ja ein echter Flop zu werden. Dass ausgerechnet Bitburger-Chef Michael Dietzsch mit dieser "mission ridiculous" sein regionalpolitisches Debüt gibt, ist schade. Die Tatsache, dass aus seinem Munde die ersten vernünftigen Botschaften kommen ("Wir müssen in erster Linie in der Region deutlich machen, dass wir die Amerikaner unterstützen") zeigt ja immerhin, dass er noch zu den eher vernünftigen Council-Mitgliedern gehört.

Tröstlich auch zu hören, dass es unter der "politischen Elite" der Region noch einen weiteren Realisten gibt. Immerhin wird da einer mit dem Satz zitiert, dass niemand wissen könne, ob das Engagement (350 000 Euro für einen Lobbyisten zu investieren) auch etwas bringe.

Marzellus Boos

Prüm


01.01.2004

Protest muss lauter werden

Zum Artikel "Hahn ruft Bürger auf den Plan" und der Kritik an der geplanten Startbahnerweiterung diese Lesermeinung:

 

Auch ich war als Besucherin des Informationsabends in Bischofsdhron sehr positiv beeindruckt über das Engagement von Morbacher Bürger, die diese Veranstaltung sehr kurzfristig auf die Beine gestellt haben.

Zumindest über die Subventionen, die der Hahn in den vergangenen Jahren erhalten hat, liegen Zahlen vor, die Elke Kiltz, grüne Landtagsabgeordnete, zusammengestellt hat: Anfang 1998 hat die Fraport AG die unternehmerische Leitung in der Flughafengesellschaft Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH übernommen mit 73 Prozent am Eigenkapital von 13,9 Millionen Euro. Die Fraport ist auch noch zu über 70 Prozent beteiligt an der Hahn-Campus-Management GmbH. 2002 war das Ergebnis nach Steuern ein Minus von 380 000 Euro, die Umsätze betrugen 14 Millionen Euro. Beschäftigt wurden 241 Mitarbeiter. Bezüglich der Fraport ist festzustellen, dass 32,1 Prozent das Land Hessen hält, 20,5 Prozent die Stadt Frankfurt, 18,4 Prozent der Bund und die restlichen 29 Prozent sind Streubesitz (private Investoren, Institutionen, Mitarbeiter). 2002 hat die Fraport einen Umsatz von 1,800 Milliarden Euro gemacht und einen Fehlbetrag von 120,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Aus Landesmitteln flossen von 1991 bis Ende 2002 Bewilligungen zur Förderung von Investitionen in Höhe von 35,6 Millionen Euro Landesmittel. Darüber hinaus wurden Landeszuschüsse bewilligt für Flugsicherheitsanlage, Fluglärmmessanlage, Sanierung der Start- und Landebahn, ILS-Anflugsystem und Neubau eines Vorfelds.

Ich halte es für absurd, wenn die Landesregierung einerseits den Tourismus fördern will, andererseits aber alles dran setzt, um Eifel, Mosel und Hunsrück zum Transitland (B50 neu, Hochmoselbrücke, Flughafen Hahn) auszubauen oder militärische Infrastruktur - wie in Spangdahlem - vor die Förderung ziviler Strukturmaßnahmen stellt. Wer will unter einer Hochmoselbrücke oder neben (Militär-) Flughafen denn noch Urlaub machen? Der Protest muss noch viel lauter werden.

Jutta Blatzheim-Roegler

Bernkastel-Kues/Andel


10.10.2003

Krasser Widerspruch
 

Zum Artikel "Abspeck-Kur für ,Klein-Amerika‘" (TV vom 2. September):
 

In diesem Artikel beschreibt der Autor die Pläne der Amerikaner zur Abspeckung des Militärflughafens Spangdahlem. Wenn die Zeit der großen US-Basen angeblich vorbei ist, warum fließen dann noch so gewaltige Geldbeträge in die Erweiterung einer einzelnen Airbase?

Mehr als 28 000 Beschäftigte im Eifel-Fremdenverkehr können stolz auf eine jährliche Besucherzahl von 1,7 Millionen Touristen blicken. Jeder Euro, der zur Belebung des Fremdenverkehrs und seiner Infrastruktur investiert wird, dient sowohl ökologisch als auch ökonomisch eher dem Wohl der Eifelregion, als wenn diese Gelder für Rollbahnen und Munitionsdepots verwendet werden.

Die Besucher, die jährlich von der Eifel angelockt werden, kommen nicht, um sich endlich einmal die F-16-Kampfflugzeuge im Tiefflug über ihre Köpfe donnern zu lassen und auch nicht, um sich ihre Nachtruhe durch den Lärm von Großraumtransportern nehmen zu lassen, die in Zukunft rund um die Uhr im Einsatz sind.

Der Verweis des Autors darauf, dass die Schadstoffbelastung laut offiziellen Messungen nicht gesundheitsgefährdend zu sein scheint, grenzt schon fast an bewusste Irreführung. Durch geschickte Auswahl von Messpunkten und Messzeiten (zum Beispiel in flugarmen Zeiten) lassen sich die wahren Zustände leicht verschleiern. Andere offizielle Untersuchungen und medizinische Gutachten stehen in krassem Widerspruch.

Es drängt sich die Vermutung auf, dass es ausschlaggebend für die Verlegung der US-Airbase vom Frankfurter Flughafen nach Spangdahlem ist, dass man um die hohen sozialen Kosten der Kontamination weiß, und der zu erwartende Widerstand in einer ländlichen Region wie der Eifel weit niedriger ist als in einem städtischen Ballungsgebiet wie Frankfurt mit einem hohen Potenzial an in Umweltfragen sensibilisierten Bevölkerungsschichten. Deshalb lautet die Devise, dass der Widerstand gegen die Erweiterung nicht bröckeln darf. Wenn Militärs und Politiker diesen Wahnsinn bejubeln und "betrommeln", dann nur ohne unsere Zustimmung.

Irene Schumacher, Eisenschmitt


Leserbrief der Biegas e.V.                                                                             07.10.03

Bezug: neugegründeter Host Nation Council Spangdahlem

Es erscheint doch sehr befremdlich, wie grundlegend und scheinbar skrupellos Frau Elke Leonhard ihre Meinung bezüglich der Airbase Spangdahlem geändert hat. So musste man in diesen Tagen erfahren, dass sie zur stellvertretenden Vorsitzenden des Host Nation Council Spangdahlem avanciert ist. Dieser Verein, der hauptsächlich aus Unternehmern und Politikern der großen Parteien besteht und von Steuergeldern mitfinanziert wird, dient dem Erhalt des besagten US-Stützpunktes. Denn obwohl dieser zur Zeit in einem Millionen von Euro verschlingenden Bauprojekt erweitert wird, ist seine weitere Existenz durch die amerikanische Regierung in Frage gestellt worden. Das Engagement von Frau Leonhard für den Erhalt der Air Base muss vor allem deshalb verwundern, wenn man bedenkt, wie eindeutig und kompromisslos sie sich noch vor einigen Jahren zu diesem Thema geäußert hat. Am 14.03.1990 behauptete die Politikerin öffentlich in einer Veranstaltung in Binsfeld zu dem Thema „Zukunft der Eifel – Region ohne Streitkräfte“, dass es ihr Wunsch sei, „dass die hier stationierten Streitkräfte in Freundschaft von den Mitgliedern des Musikvereins verabschiedet werden.“ Darüber hinaus seien angesichts der Belastung der Bevölkerung „Fragen nach Lärmschutz, Entschädigung und alternativen Arbeitsplätzen vorrangig, damit das Leid der betroffenen Menschen zumindest reduziert wird.“ (Nachzulesen im Trierischen Volksfreund vom 15.03.1990)

Man fragt sich nun, wie sich dieser offenkundige Meinungswechsel von Frau Leonhard erklären lässt. Handelt es sich um opportunistisches Abwägen der Interessen von Lobbyisten und Unternehmern – bei denen dann „das Leid der betroffenen Menschen“ eben keine Rolle mehr spielt? Oder reiht auch sie sich nun in den Kreis jener Politiker ein, die ihre Meinung wie ein Fähnlein im Wind nach den jeweiligen Vorgaben von Partei oder anderen Interessengruppen mal hierhin, mal dorthin wehen lassen?

Zum einen irritiert diese fragwürdige „Wendehals –Politik“ von Frau Leonhard doch sehr, zum anderen verbittert sie von Fluglärm, Schadstoffen und nicht oder kaum erfolgten Entschädigungen gebeutelten Menschen. Wieder einmal stellt man im Umkreis der Air Base fest, dass die Interessen von Wirtschaft und Politik mehr zählt als die Gesundheit und das Wohlergehen der Bevölkerung.


26.09.2003

Völlig ignoriert (TV vom 1.02.2003)
 

Zu der Berichterstattung über die Erweiterung der Air Base Spangdahlem diese Leserzuschrift:

Im Zuge des neuesten Kriegstreibens der Weltpolizei USA hat der Ausbau der Air Base Spangdahlem nun also begonnen. Nur was bleibt für die Menschen in den umliegenden Gemeinden, die mit der Außenpolitik der Vereinigten Staaten so gar nichts am Hut haben? Sie werden den Gefahren dieser Politik ausgesetzt. Unabsehbare ökologische und gesundheitliche Spätfolgen und Lärmbelästigung jenseits des Ertragbaren, damit hatten diese Menschen sich schon seit Jahren arrangiert.

Nun aber wurden völlig andere Dimensionen erreicht. Um das 200 Millionen-Projekt zu realisieren, wurden Zwangsenteignungen durchgesetzt. Eine Methode, die gute Tradition hat. Schon in den 50er Jahren verschwand der Ort Kammerforst zugunsten des Flugplatzes von der Bildfläche. Völlig ignoriert wurde damals wie heute der Unmut der Bürger. Mittlerweile hat sich der Protest der Betroffenen in Binsfeld zu einer Bürgerinitiative organisiert. Trotz großem Rückhalt unter der Bevölkerung macht es den Eindruck, als fehle dieser Gruppe die politische Lobby. Hier gilt es für die zuständigen „Volksvertreter“ Herres, Holkenbrink und Läsch-Weber, aktiv zu werden. Bisher glänzten die Herrschaften aber durch vornehme Zurückhaltung statt ihre Wähler beim Protest zu unterstützen. W

Werner Rittel
54298 Orenhofen

26.09.2003

Abzug der US-Soldaten als Chance begreifen
 

Zum Kommentar "Nicht von Pappe" (TV vom 2. September):

Dem Kommentar von Rolf Seydewitz kann ich nur auf der ganzen Linie widersprechen. Denn die Existenz der US-Airbase Spangdahlem ist weder ökonomisch noch friedenspolitisch oder ökologisch ein Segen.

Bis heute wissen wir immer noch nicht, wie viele Iraker - Soldaten und Zivilisten - im jüngsten Irak-Krieg durch die in Spangdahlem stationierten Kampfflugmaschinen getötet worden sind. Bis heute sind die uns angeblich bedrohenden Massenvernichtungswaffen im Irak nicht entdeckt worden. Und befriedet ist der Irak keineswegs, sondern der Krieg hat dort erst richtig begonnen. Eines Tages werden die US-Soldaten womöglich genauso geprügelt und gedemütigt aus dem Irak und auch aus Afghanistan abziehen müssen, wie früher schon aus Vietnam. Dessen ungeachtet sollen wir mit unseren Steuergroschen den weiteren Ausbau von Spangdahlem mit Abermillionen Euros finanzieren.

Aber vielleicht verziehen sich die US-Soldaten weiter in den europäischen Osten, wo sie angeblich so willkommen geheißen werden. Wir sollten jetzt schon die Polen oder Bulgaren vor dem warnen, was auf sie zukommt. Den möglichen Abzug der US-Soldaten aus unserer Region hingegen sollten wir als die große Chance begreifen, eine eigenständige regionale und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung einzuleiten. Warum sollte in Spangdahlem und der anliegenden Region nicht vergleichbar mit der Energielandschaft in Morbach, wo früher das riesige US-Munitionslager war, eine weitere groß angelegte Energielandschaft mit zahlreichen Arbeitsplatz schaffenden Klein- und Mittelbetrieben entstehen? Für Sonnenkollektoren und Fotovoltaikanlagen gibt es in unserer Region noch genug Platz auf den Dächern.

Enteignet werden brauchen dafür auch keine Anwohner. Und die Sonne ist der größte und unerschöpflichste großartigste Energiespender.

Um sie nutzen zu können, brauchen wir keine Kriege in fernen Ländern zu führen. Wo doch jeder weiß, dass sich die Erdölvorräte allemal in wenigen Jahrzehnten erschöpft haben werden. Von den permanenten Lärmbelästigungen und der Dauerberieselung des gefährlichen Treibstoffes mit dem vielleicht sogar Krebs erregenden Zusatzstoff JP 8 durch die US-Kampfmaschinen oder von der Klimaschädigung will ich gar nicht reden.

Richard Pestemer, Neunkirchen

E-Mail: richard.pestemer@gmx.de


15.09.2003

Unterstützung geht weiter

Zum Leserbrief "Wo waren die Grünen damals in Berlin?" ( TV vom 11. September) diese Meinung:

Herr Pitsch hat Recht, wenn er die durchgeführte Fluglärmentschädigungsregelung kritisiert. Er hat aber absolut Unrecht mit seiner Behauptung, die Grünen -  ob im Land, Bund oder Kreis - hätten sich nicht vehement für die Betroffenen, die sich an uns gewandt haben, eingesetzt. Herr Pitsch müsste eigentlich gut wissen, dass die rheinland-pfälzischen Grünen und unsere MdBs, zum Beispiel die Bundestagsabgeordnete aus Bitburg, Ulrike Höfken, die Interessen der betroffenen Menschen an welcher Stelle auch immer, vertreten haben. Frau Höfken hat sich mehrfach an den Verteidigungsminister persönlich gewandt. Mit rund 20 Anfragen, Entschließungsanträgen und aktuellen Stunden hat die grüne Landtagsfraktion die Verlegung der amerikanischen Militärs von Frankfurt nach Spangdahlem und Ramstein im Mainzer Landtag aufs Tapet gebracht. Richtig, wir sind letztlich am Koalitionspartner (im Bund) gescheitert und die SPD/FDP-Koalition im Land feiert ja jeden Meter Erweiterung. Das ist für uns aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir werden auch weiterhin die Gegner, zum Beispiel die BIEGAS, in ihren Forderungen beispielsweise nach einem Nacht- und Wochenendflugverbot unterstützen. Was wäre für Herrn Pitsch und die Anrainergemeinden gewonnen, wenn die Grünen aus der Bundesregierung gingen? Dann gäbe es letztlich keinen Ansprechpartner mehr, der den Verteidigungsminister mit Fragen nach JP-8 löchert und die Airbase würde trotzdem ausgebaut. Mir schlägt aber auch oft genug der Vorwurf entgegen, ohne die Präsenz der Amerikaner gäbe es keine Arbeitsplätze in der Eifel. Und genau hier setzen wir an, wenn wir von der Landesregierung fordern, nicht-militärische Infrastrukturmaßnahmen zu fördern. Ich bleibe aber realistisch: So lange wir in Rheinland-Pfalz in der Opposition und in Berlin mit 6 bis 8 Prozent an der Regierung beteiligt sind und eben nicht überall grüne Regierungsmitglieder sitzen, wird das schwierig.

Jutta Blatzheim-Roegler

Bernkastel-Kues

(Anmerkung der Redaktion: Jutta Blatzheim-Roegler ist Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Bernkastel-Wittlich)


20.06.2003 16:37

Das ist Weltpolitik

Zu unserem Artikel "Auf geheimer Mission ins Pentagon" (TV vom 13. Juni) erreicht uns folgende Zuschrift:

So ein Glück, dass versierte Politiker aus dem Kreis Bitburg-Prüm sich endlich mal auf die Socken machen, um Herrn Rumsfeld mal die Meinung zu geigen und den "good old boys in America" ans Herz zu legen, dass sie doch in der Eifel bleiben möchten.

Da kann man doch stolz sein, wenn seine Steuergelder so gewinnbringend und praxisbezogen ausgegeben werden, weil die C(ashenbach) D(ealers) U(nion) was für unsere strukturschwache Region tut.

Was natürlich schade ist (war) das Mr. Rumsfeld (in Freundeskreisen "Donny") sich in Belgien aufhielt, um den armen kleinen Frittenmännern mal gehörig in die Fritteuse zu treten. Aber das ist ja Weltpolitik, davon sind wir in der Eifel ausgeschlossen, na ja, fahren wir halt mal hin wenn unsre Kumpels auch da sind…

Erich Dahm, Speicher


Eifelzeitung.de
aus dem Archiv der Woche 24 (9-15.Juni 2003), Rubrik Veranstaltungen / Termine
Stellungnahme der Bürgerinitiative Erweiterungsgegner Airbase Spangdahlem (Biegas) Betrifft: 50 Jahre Airbase Spangdahlem
 

Am Freitag, den 9. Mai 2003, fand auf der Airbase Spangdahlem eine Festlichkeit statt, bei der viele Gäste aus nah und fern begeistert den 50. Geburtstag des Militärstützpunktes feierten. Als einer der größten amerikanischen Bastionen außerhalb der USA besitzt Spangdahlem eine herausragende Bedeutung innerhalb der amerikanischen Militärstrategie, und dies soll sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Im Zuge der Schließung der Rhein-Main-Airbase in Frankfurt bis 2005 und der Verlegung dieser Kapazitäten wird momentan in Spangdahlem eine Erweiterung des Standortes vorgenommen. Zu diesem Zweck werden vor Ort Tonnen von Erde umgegraben, Menschen skrupellos um ihr Hab und Gut enteignet und riesige Flächen zubetoniert, wo seit alters her Wiesen blühten und Äcker bebaut wurden. Spangdahlem soll laut strategischer Planung als zentrales Munitions- und Treibstofflager dienen, in den Kriegen der Zukunft wird von hier aus eine tödliche Last in die so genannten „Schurkenstaaten“ der Erde getragen werden.

 

Es ist jedoch nicht unser Anliegen, sich in die große Weltpolitik einzumischen, noch bestreiten wir eine gewisse wirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Bedeutung der Airbase – wenngleich wir mit Nachdruck darauf hinweisen, dass gerade dieser so oft hervorgehobene Faktor in letzter Zeit so fragwürdig wurde, dass sich sogar der Mainzer Landtag in einer aktuellen Stunde mit dem voraussichtlichen Truppenabbau der US-Streitkräfte in Rheinland-Pfalz befassen musste.

 

Uns geht es vielmehr darum, daran zu erinnern, dass trotz der oben erwähnten euphorischen Feierlichkeiten nicht vergessen werden sollte, dass die Anwohner der Airbase tagtäglich mit einer Fülle von negativen Auswirkungen des Flugbetriebs zu kämpfen haben, die sich durch den anstehenden Ausbau noch vergrößern werden.

 

Zu erwähnen ist zum einen die nicht zu widerlegende Bedrohung durch den gesundheitsgefährdenden Flugzeugtreibstoff JP 8. Besorgnis erregen weiterhin alarmierende Ergebnisse von Labortests; selbst die Wehrbereichsverwaltung musste erst kürzlich zugeben, dass hier immer noch „Unsicherheiten“ bestünden und „Forschungsbedarf notwendig“ sei (Schreiben vom 04.03.03). Trotz all dieser ernstzunehmenden Bedenken werden den Anwohnern jedoch ab 2005 die giftigen Abgase der Flugzeuge direkt in ihre Wohnungen geblasen – und alles, was der Wehrbereichsverwaltung zum Schutz der Menschen einfällt, ist eine Mauer, durch die sich die Abgase und damit vor allem die Zweifel der Bevölkerung in Luft auflösen sollen.

 

Dann wäre da noch das inzwischen schon leidige Thema der Fluglärmbelastung. Mittlerweile ist  allgemein bekannt, wie sehr die physische und psychische Gesundheit des Menschen durch Fluglärm beeinträchtigt wird. Dennoch werden im Umkreis der Airbase bei Messwerten die Zahlen „schöngerechnet“ und gesundheitsschädliche Spitzenbelastungen gründlich „weggemittelt“. Die tatsächliche Lärmbelastung wird dadurch jedoch vorsätzlich verschwiegen und eine fortgeschrittene Gesundheitsbelastung der Anwohner gebilligt.

 

Als letzter Punkt ist zu nennen, dass 50 Jahre Airbase Spangdahlem auch 50 Jahre unaufhörliche Zerstörung unserer Heimat durch einen stetig wachsenden militärischen Stützpunkt bedeutet. Wälder, Wiesen, Äcker und sogar ganze Ortschaften fielen diesem „Landfraß“ bisher zum Opfer. Bei jeder Erweiterung wurde und wird unser Lebensraum und unsere Lebensqualität ein Stück mehr vernichtet – und zwar unwiederbringlich!

 

So muss angesichts des erwähnten Jubiläums auch die Frage erlaubt sein, ob wir Menschen  in der Umgebung des Flugplatzes tatsächlich „eine schleichende Vergiftung der halben Eifel“ (H. J. Jansen, TV vom 18.11.02) weiter hinnehmen wollen. Ist es nicht längst an der Zeit, sich endlich von dem blassen und einseitigen Argument der wirtschaftlichen Abhängigkeit zu trennen? Die Eifel ist nicht mehr „preußisch Sibirien“ – es wird Zeit, an Alternativen zu arbeiten und den bedrohlichen Auswüchsen der Airbase ein selbstbewusstes „NEIN!“ entgegen zu setzen!

 

Biegas, der Vorstand

 

diesen Artikel finden Sie in unserer gedruckten Ausgabe Nr: 24 in der Rubrik: Veranstaltungen / Termine

13.06.2003 17:07

Dementierte Kinderspielplatzharmonie

Zum Artikel "Die Riesen-Sandkiste" (TV vom 24./25. Mai):

Wenn die Redakteurin im Zusammenhang mit dem Ausbau der Airbase Spangdahlem von einer "Riesen-Sandkiste" schreibt, so können wir als Anwohner diese Kinderspielplatzharmonie nur heftig dementieren. Wenn es trocken ist, kann man die Fenster nicht öffnen, weil einem der Staub von zwei Millionen Tonnen bewegter Erde ins Kinderzimmer weht. Und wenn es regnet, läuft eine bräunliche dreckige Brühe in unsere schönsten Biotope. Sogar an Feiertagen, wie zum Beispiel Karfreitag, werden wir morgens in aller Frühe durch Baulärm geweckt.

Wo man früher spazieren gehen konnte, warten wir heute noch auf den von der Gemeinde versprochenen Weg. Es scheint sich zu bestätigen, wovor die ältere Generation schon vor Beginn der Baumaßnahmen gewarnt hat: "Wenn der Zaun erst einmal steht, machen sie mit uns, was sie wollen."

Merkwürdig erscheint auch die Behauptung, dass angeblich 90 Prozent der Aufträge an regionale Firmen vergeben wurden. Nicht bestätigt wird aber ebenso die Frage, ob diese dann auch zu gleichen Anteilen an der Auftragssumme verdienen. Könnte dies daran liegen, dass viele der besagten Firmen von überregionalen Baukonzernen als Subunternehmer ausgenutzt werden?

Ist dies vielleicht auch der Grund, warum Mitarbeiter der Baufirmen trotz der gigantischen Auftragslage ihren Lohn dennoch nicht pünktlich erhalten?

Zum Schluss noch ein zu den 170 Millionen Euro, die das Projekt verschlingen wird. Auch hier stellt sich die Frage, wie in Zeiten leerer Kassen eine derart horrende Summe für angeblich vier bis sechs Flugbewegungen am Tag verschleudert werden können. Sollten sich die Gerüchte über einen eventuellen Abzug der US-Streitkräfte jedoch bewahrheiten, so könnte sich das Großbauprojekt als ein von der Fraport mitfinanzierter Frachtflughafen entpuppen. Auch dann hätte der Grundbucheintrag, den die meisten Anwohner hinnehmen mussten, seine Gültigkeit.

Sabine Weber, Bürgerinitiative Erweiterungsgegner Airbase Spangdahlem e.V, Wittlich

 

25.05.2003

Bürgerinitiative Erweiterungsgegner Airbase Spangdahlem e.V.

Postfach 1370

54503 Wittlich

biegas@web.de

Leserbrief zum Artikel „Die Riesen-Sandkiste“ von J. Falk (TV, Nr. 120, 24./25.05.03)

Wenn Ihre Redakteurin im Zusammenhang mit dem Ausbau der Airbase Spangdahlem von einer „Riesen-Sandkiste“ schreibt, so können wir als Anwohner diese Kinderspielplatzharmonie nur heftig dementieren. Wenn es trocken ist, kann man die Fenster nicht öffnen, weil einem der Staub von 2 Millionen Tonnen bewegter Erde ins Kinderzimmer weht. Und wenn es regnet, läuft eine bräunliche dreckige Brühe in unsere schönsten Biotope. Sogar an Feiertagen, wie zum Beispiel Karfreitag, werden wir morgens in aller Frühe durch Baulärm geweckt. Wo man früher spazieren gehen konnte, warten wir heute noch auf den von der Gemeinde versprochenen Weg. Es scheint sich zu bestätigen, wovor die ältere Generation schon vor Beginn der Baumaßnahmen gewarnt hat: „Wenn der Zaun erst einmal steht, machen sie mit uns, was sie wollen.“ Merkwürdig erscheint auch die Behauptung, dass angeblich 90 % der Aufträge an regionale Firmen vergeben wurden. Nicht bestätigt wird aber ebenso die Frage, ob diese dann auch zu gleichen Anteilen an der Auftragssumme verdienen. Könnte dies daran liegen, dass viele der besagten Firmen von überregionalen Baukonzernen als Subunternehmer ausgenutzt werden? Ist dies vielleicht auch der Grund, warum Mitarbeiter der Baufirmen trotz der gigantischen Auftragslage ihren Lohn dennoch nicht pünktlich erhalten? Wie heißt es im Volksmund: „Bei Sub (unternehmern) ist die Suppe weg!“ Zum Schluss noch ein Wort zu den 170 Millionen Euro, die das Projekt verschlingen wird. Auch hier stellt sich die Frage, wie in Zeiten leerer Kassen eine derart horrende Summe für angeblich 4 bis 6 Flugbewegungen am Tag verschleudert werden können. Dies zumindest wurde den Anwohnern von den Amerikanern zugesichert. Sollten sich die Gerüchte über einen eventuellen Abzug der US-Streitkräfte jedoch bewahrheiten, so könnte sich das Großbauprojekt als ein von der Fraport mitfinanzierter Frachtflughafen entpuppen. Auch dann hätte der Grundbucheintrag, den die meisten Anwohner hinnehmen mussten, seine Gültigkeit.


23.05.200318:37
Noch genauer hinschauen     Zum Kommentar "Genau hinschauen" (TV vom 10./11. Mai):
Recht hat Damian Schwickerath mit seiner Forderung, bei der amerikanischen Air Base Spangdahlem und ihrer
Bedeutung genau hinzuschauen.

Und Recht hat er, wenn er feststellt, dass die Einheiten in Spangdahlem aus militärischer Sicht äußerst erfolgreich sind, weil alle unbeschadet aus dem Irak-Krieg heimgekehrt sind.

Vergessen hat Damian Schwickerath allerdings, genau hinzuschauen und nachzufragen, wie viele irakische Zivilisten und Soldaten in diesem völkerrechtswidrigen Krieg professionell ins Jenseits befördert wurden.


Richard Pestemer, Neunkirchen


Eifelzeitung.de
aus dem Archiv der Woche 20/2003 (12-18.5), Rubrik Lesermeinungen
Fluglärm durch den militärischen Flugbetrieb terrorisiert die Bevölkerung in der Region
 

Der Bericht über den zweifelhaften Versuch, so genannten Tieffliegern auf die Schliche zu kommen, ist in wesentlichen Punkten realitätsfern. Nichts und niemand hindert die Piloten daran, wenn sie im Tiefflug und bei den Flugübungen über die Landschaft fliegen und Angst und Schrecken verbreiten. Mit einem ohrenbetäubenden Lärm wird die Bevölkerung gequält.  Erlaubt vom Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland und damit für uns staatlich genehmigter Lärmterror. Die langfristigen Folgen sind die Schädigung des Trommelfells und des  Allgemeinbefindens, und damit vorsätzliche Körperverletzung.

 

Für die Piloten hat die Bundesregierung 1991 ohne Mitspracherecht der Bevölkerung über der Region einen einzigartigen „Spielplatz“ geschaffen. Denn durch die Einrichtung von drei verschiedenen Flugübungszonen über der Eifel, übrigens so ziemlich einzigartig in der Bundesrepublik, ist der Flugverkehr so stark. Amerikaner, Deutsche, ja die ganze Nato übt für den nächsten Angriffskrieg. Und diese dürfen laut Aussage von Militärangehörigen zu jeder  Tag und Nachtzeit und in jeder Flughöhe fliegen. Natürlich dann mit Sondergenehmigung, die oftmals erst am Flugtag ausgestellt wird.

 

Immer wieder wird der Tiefflug in den Vordergrund gerückt  Der militärische Flugverkehr hat  insgesamt aber deutlich zugenommen. An erster Stelle sind die amerikanischen Piloten zu nennen, die oftmals mit Manövern ihrer so genannten Warzenschweine, die A 10, von bis zu 45 Minuten anhaltend über einen Ort  üben. Für alle darunter liegenden Bewohner bedeutet das höchste Belastungen. Und dieser Zustand ist gerade in der Region häufig. Darüber schweigt das Militär.

 

Um einmal die Irreführung der Bevölkerung durch das Militär entgegen zu treten, muss deutlich gemacht werden, dass für den Lärm nicht entscheidend ist, welche Flughöhe die Maschinen fliegen, sondern welche Flugmanöver diese abhalten. Und in unserer Region, das heißt in diesen genehmigten Terrorzonen, ist alles erlaubt, was ein Flugzeug kann. Und auch die Flughöhe von 300 m kann, natürlich nur mit Sondererlaubnis, unterschritten werden. Mit den Folgen, dass die Bevölkerung und vor allem die sonst so von allen Politikern geschützte Spezies Tourist, quasi einer Ganztagsbeschallung ausgesetzt ist. Gemessene Lärmpegel anhaltend von über 90 db sind in unseren Augen vorsätzliche Körperverletzung. Und zusätzlich werden wir mit dem Ultragift aus den Abgasen berieselt. Dauerhaft eine tödliche Dosis für alles Leben in der Region.

 

Wer schützt uns und vor allen unsere Kinder vor diesen Gefahren? Reaktionen seitens den regionalen Politikern begrenzen sich auf abwiegeln und Tatenlosigkeit. Proteste aus der Region und auch Anzeigen gegen Piloten werden nicht weiterverfolgt. Wir fordern die sofortige Aufhebung der Flugzonen. Wir fordern ganzjährige Lärmmessungen in der Region. Und mehr Informationen für die Bevölkerung.

 

Unser Resümee: Die Menschen in der Region werden mit diesen Problem alleine gelassen. Die Tatsache, dass amerikanische Verbände hier auch ihre Angriffskriege üben, widerspricht unserer Verfassung. Wir meinen: Schluss damit und rufen alle Menschen in der Eifel-Region auf, sich gegen diesen staatlich genehmigten Terror auszusprechen, denn der nächste Krieg wird hier schon wieder geübt.

 

Peter Kühbach, Eva Pestemer,

Kelberg; Ralf Wagner, Kelberg;

Elisabeth und Rolf Heinze,

Hörschausen; Heinz Schäfer,

Anne Lönnendonker-Schäfer,

Bodenbach; Beatrice Roos-Schor, Filz; Corina Genuit, Daun;

Birgit und Michaele Reuter,

Sigbert Wendland, Daun;

Jörg Thiele, Ahrweiler;

Uller Koenig, Kelberg


Ausgabe 21/2003 Wittlich-Land
Betrifft Flugplatzerweiterung
Da die Gemeindevertretung Binsfeld die Erweiterung der Airbase Spangdahlem -begrüßt-
und damit auch die Enteignung unserer Felder sowie alle mit dem Ausbau verbundenen
Belästigungen und die weitere gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung in Kauf nimmt,
verzichte ich in Zukunft auf sämtliche Einladungen für Veranstaltungen, die von der
Zivilgemeinde ausgehen.
Wir wollen keine Flugzeuge in unseren Vorgärten!


Karl Schneider, Binsfeld


17.03.2003 18:07

"Schlagabtausch"

Zum Beitrag "Mauer für gute Nachbarschaft" (TV vom 10. März):

Am Montag, 10. März, mussten sich circa 100 Anwesende der Einwohnerversammlung in Binsfeld verwundert die Augen reiben, als sie den Artikel zu der Veranstaltung in der Zeitung lasen. Entweder hatte der Berichterstatter eine andere Veranstaltung besucht oder auf Grund der militärischen Brisanz hatte schon im Vorfeld eine Pressezensur stattgefunden. Entgegen der Darstellung im Bericht folgte nach der Präsentation der Amerikaner eine hitzige zweistündige Debatte, die man sehr wohl als "Schlagabtausch" bezeichnen kann. Es entspricht auch nicht der Wahrheit, dass die Mitglieder der Biegas sich in vornehmer Zurückhaltung geübt hätten. Nur leider konnte der Großteil der kritischen Fragen von den Experten nicht oder nur unzureichend beantwortet werden. Es stellt sich sogar heraus, dass selbst Fachleute die eigenen Pläne nicht richtig kannten. Ebenso kann die "Mauer für gute Nachbarschaft" den Spritgeruch, über den sich schon jetzt Anwohner beklagen, kaum aufhalten. Auch trifft die Behauptung des Ortsbürgermeisters, der Flugplatz habe nichts getan, was der Gemeinde Binsfeld nicht gefallen hätte, nicht auf die Gemeinde, sondern allenfalls auf Teile des Rates zu.

Sabine und Günter Weber

Binsfeld


14.03.2003 18:37

Viele Fragen bleiben offen

Zum Artikel "Gemeinderat zieht Widerspruch gegen Airbase Erweiterung zurück" diese Meinung:
  

In der Einwohnerversammlung in Binsfeld zeigte sich, wie sehr unsere Ratsmitglieder an der Meinung von Binsfelder Bürgern interessiert sind. Die Versammlung war für 18 Uhr angesagt, doch die Hälfte der Ratsmitglieder hielten es für nötig, erst um 19 Uhr zur geplanten Abstimmung herbeizueilen, wohl in der Hoffnung nicht noch bei ihrem Vorhaben der Flugplatzerweiterung zuzustimmen, durch kritische Fragen in Konflikt zu geraten. Denn die Richtung war vom VG-Rat ja schon vorgegeben. Ich war bisher der Meinung, dass Mitglieder des Gemeinderates von uns gewählt wurden, um unsere Interessen zu vertreten. Doch wenn diese noch nicht mal gewillt sind, unsere Bedenken anzuhören, kommen mir erhebliche Zweifel. Viele Bürger sind schockiert, wenn sie sehen, wie weit der Flugplatz jetzt an unser Dorf heranreicht, doch die meisten äußern sich kaum, da sie keine Hoffnung mehr sehen, irgendetwas daran zu ändern. Von manchen Binsfeldern wird man belächelt, wenn man seine Bedenken äußert. Man solle doch die wirtschaftliche Chance sehen. Doch was nützen uns Investitionen, sofern sie überhaupt in der Region bleiben, und was nützen uns Arbeitsplätze, die wohl sowieso nur von Zivilamerikanern besetzt werden, wenn wir nun auch noch nachts Fluglärm ausgesetzt sind und gesundheitliche Gefahren nicht ausgeschlossen werden können? Abgase sind giftig, ob von einem Mofa, Auto oder einem Transportflugzeug. Und wenn ich dann an die Mengen denke, die in unser Dorf geblasen werde, wird mir jetzt schon schlecht. Ganz zu schweigen von den riesigen Mengen an Treibstoffvorrat in unmittelbarer Nähe von Kindergarten und Grundschule. Was passiert im Falle eines Flugzeugabsturzes oder eines Anschlages? Viele Fragen bleiben offen und die Antwort werden wir wohl erst erhalten, wenn die Erweiterung da ist. Hoffentlich fallen die Antworten positiv aus, dann gönne ich auch unserem Bürgermeister unserem VG-Bürgermeister, den Ratsmitgliedern und allen Befürwortern des Ausbaus ein anerkennendes Schulterklopfen und mir ein mitleidiges Lächeln. Sollte der Schuss allerdings nach hinten losgehen bin ich auf Reaktionen gespannt. Dann waren wohl falsche Parameter in den Gutachten schuld. Die Verantwortung wird sich jedoch niemand auf die Schultern drücken lassen.

Ute Maus, Binsfeld


14.03.2003 15:37

Nichts anderes als ein lächerliches Schauspiel

Zu den Berichten über die Rücknahme des Widerspruchs der Gemeinde Binsfeld gegen den Ausbau der Air-Base Spangdahlem meint ein Leser:
  

Der bittere Eindruck, den die Einwohnerversammlung am 7. März in Binsfeld bei den Anwohnern hinterlässt, lässt sich nicht anders ausdrücken als ein lächerliches Schauspiel. Der erste Akt erfolgte bereits am 21. Februar auf der Airbase selbst. Mit freundlicher Unterstützung der amerikanischen Führungskräfte versammelten sich der Gemeinderat Binsfeld sowie Teile des VG-Rats Wittlich-Land zur Präsentation der baulichen Veränderungen, um so die Widersprüche der beiden Gemeinden abzublocken. Was dort als Entgegenkommen für die Gesundheit der Binsfelder Bevölkerung gezeigt wurde, war Eingeweihten als Plan über den neuen Triebwerksteststand schon seit 2001 bekannt. Auf Drängen der Amerikaner sollten nun die Zuhörer rasch ihr Einverständnis erklären, um zügig mit den Bauarbeiten voranzukommen.

Auf Initiative einiger Ratsmitglieder wurde jedoch davon Abstand genommen, und man verließ die Veranstaltung mit dem Vorsatz, zuerst die Bevölkerung zu informieren. Dann erst sollte die Gemeinde - und schließlich die Verbandsgemeinde - abstimmen. Warum die Reihenfolge geändert wurde und in einer VG-Ratssitzung der neue Plan als Eilantrag eingebracht und befürwortet wurde, ist nicht nachvollziehbar.

Mit der Einladung zur Einwohnerversammlung folgte der zweite Akt: Aus der Bürgersammlung wurde eine Veranstaltung nur für die Bewohner Binsfelds. Damit schloss man kritische Fragen unliebsamer außenstehender Experten und Anwohner aus. Sogar besorgte Eltern aus Arenrath, deren Kinder Kindergarten und Grundschule in Binsfeld besuchen, wurden nicht berücksichtigt.

Den Höhepunkt des Schauspiels bot die Einwohnerversammlung am 7. März, bei der selbst der letzte Binsfelder Zweifel an der Richtigkeit der Zahlen und Messergebnisse bekam. Anhand theoretischer Simulationen wurden Lärm- und Schadstoffwerte so schön gerechnet, dass sie die von der Gemeinde aufgestellten Forderungen erfüllten.

Was sich in der anschließenden Diskussion heraus stellte, kann nur als absurd bezeichnet werden. So kannte etwa der Vertreter der LBB nicht die enorme Größe der Tanklager, die in seinem eigenen Plan vorkamen. Der Gutachter der Immissionen musste nicht nur zugeben, dass das medizinische Gutachten bezüglich der Bleibelastung auf falschen Parametern beruht, sondern auch eingestehen, dass eine genaue Zusammensetzung des Treibstoffes JP8 nicht bekannt sei, da einzelne Zusätze geheim seien. Besorgte Einwohner klagten, dass schon jetzt an manchen Tagen der Spritgeruch der Flugzeuge kaum zu ertragen sei. Die Frage, ob sich das nach dem Ausbau noch verschlimmern könnte, wurde letztlich nicht beantwortet.

Nach zweistündiger Debatte, die sehr klar die Ängste und die Skepsis der Bevölkerung gezeigt hatte und während der mehrmals ein unabhängiges Gutachten gefordert wurde, folgte die Abstimmung. Sie brachte das Ergebnis, das schon morgens zuvor in der Zeitung gestanden hatte. Wie sollten auch die Gemeinderatsmitglieder die Meinung ihrer Bürger vertreten, wenn der Großteil von ihnen erst gegen Ende der Fragestunde erschienen war und somit die berechtigten Einwände ihrer Wähler nicht gehört hatte?

Günther Schneider, 54518 Binsfeld


10.03.2003

Politiker ziehen sich schleunigst zurück

Zum Artikel "Rat sieht seine Forderungen erfüllt" vom 28. Februar erreichte uns dieser Leserbrief:

Der bittere Eindruck, den die Einwohnerversammlung am 7.3.03 in Binsfeld bei den Anwohnern hinterlässt, lässt sich nicht anders ausdrücken als ein lächerliches Schauspiel.

Der erste Akt erfolgte bereits am 21.02. auf der Airbase selbst. Mit freundlicher Unterstützung der amerikanischen Führungskräfte versammelte sich der Gemeinderat Binsfeld sowie Teile des Verbandsgemeinderates Wittlich-Land zur Präsentation der baulichen Veränderungen, um so die Widersprüche der beiden Gemeinden abzublocken. Was dort als Entgegenkommen für die Gesundheit der Binsfelder Bevölkerung gezeigt wurde, war Eingeweihten als plan über den neuen Triebwerkteststand schon seit 2001 bekannt. Auf Drängen der Amerikaner sollten nun die Zuhörer rasch ihr Einverständnis erklären, um zügig mit den Bauarbeiten voranzukommen. Auf Initiative einiger Ratsmitglieder wurde jedoch davon Abstand genommen und man verließ die Veranstaltung mit dem Vorsatz, zuerst die Bevölkerung zu informieren. Dann erst sollte die Gemeinde und schließlich die Verbandsgemeinde abstimmen. Warum die Reihenfolge geändert wurde und in einer Verbandsgemeinderatssitzung der neue Plan als Eilantrag eingebracht und befürwortet wurde, ist nicht nachvollziehbar.

Mit de Einladung zur Einwohnerversammlung folgte der 2. Akt: Aus der Bürgersammlung wurde eine Veranstaltung nur für die Bewohner Binsfelds. Damit schloss man kritische Fragen von unliebsamen außenstehenden Experten und Anwohner der umliegenden Gemeinden von Anfang an aus. Sogar besorgte Eltern aus Arenrath, deren Kinder den Kindergarten und die Grundschule in Binsfeld besuchen, wurden nicht berücksichtigt.

Den Höhepunkt des Schauspiels bot die Einwohnerversammlung am 07.03., bei der selbst der letzte Binsfelder Zweifel an der Richtigkeit der veröffentlichten Zahlen und den Messergebnissen bekam. Anhand von theoretischen Simulationen wurden die Lärm- und Schadstoffwerte so schöngerechnet, dass sie die von der Gemeinde aufgestellten Forderungen erfüllten. Was sich in der anschließenden Diskussion herausstellte, kann nur als absurd bezeichnet werden. So konnte z. B. der Vertreter der LBB nicht die enorme Größe der Tanklager, die in seinem eigenen Plan vorkamen. Der Gutachter der Immissionen musste nicht nur zugeben, dass das medizinische Gutachten bezüglich der Bleibelastung auf falschen Parametern beruht. Darüber hinaus musste er eingestehen, dass eine genaue Zusammensetzung des Treibstoffes JP8 nicht bekannt sei, da einzelne Zusätze geheim seien. Einige besorgte Einwohner beklagten sich, dass schon jetzt an manchen Tagen der Spritgeruch der Flugzeuge kaum zu ertragen sei. Die Frage, ob sich das nach dem Ausbau noch verschlimmern könnte, wurde letztlich nicht beantwortet. Nach zweistündiger Debatte, die sehr klar die Ängste und die Skepsis der Bevölkerung gezeigt hatte und während der mehrmals ein unabhängiges Gutachten gefordert wurde, folgte die Abstimmung. Diese brachte das Ergebnis, wie es schon morgens zuvor in der Zeitung gestanden hatte. Wie sollten auch die Gemeinderatsmitglieder die Meinung ihrer Bürger vertreten, wenn der Großteil von ihnen erst gegen Ende der Fragestunde erschienen war und somit die berechtigten Einwände ihrer Wähler nicht gehört hatte?

 

biegas

 


12.03.2003 17:07

Politiker ziehen sich schleunigst zurück

Zum Artikel "Rat sieht seine Forderungen erfüllt" vom 28. Februar erreichte uns dieser Leserbrief:

Das ging aber schnell. So ist jedenfalls mein Eindruck nach den Beteuerungen auch von Herrn Holkenbrink auf der Veranstaltung der Bürgerinitiative BIEGAS vor kurzem in Binsfeld. Dort schien er wie Ortsbürgermeister Herres durchaus bereit, auf die Bedenken der Bürger einzugehen und konsequenter ihre Partei ergreifen zu wollen.

Nun auf einmal beruhigt es ihn und die große Mehrheit des Verbandsgemeinderates, dass nach einer Auskunft des Krebsregisters Rheinland-Pfalz im Kreis Bernkastel-Wittlich die Krebssterbefälle bei den Männern um zwei Prozent über (!), bei den Frauen um zwei Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegen.

Nicht auffällig? Im Landesdurchschnitt trifft es - geht man von der Quote bei den Frauen aus - die Männer schon um vier Prozent häufiger, im gesamten Kreis Bernkastel-Wittlich, wohl bemerkt.

Wäre das nicht ein Hinweis, dem man nachgehen müsste und prüfen, ob dieser Unterschied im Umkreis der Airbase nicht noch signifikanter ist? Wenn ich nicht irre, arbeiten dort mehr Männer als Frauen, besonders in den als risikobehaftet einzustufenden Arbeitsfeldern.

Warum lassen sich die Volksvertreter mit dem Hinweis auf den Datenschutz abspeisen? Hat jemand verlangt, Patientennamen zu nennen? Es reicht doch wohl vollkommen aus, Krankendaten anonymisiert auszuwerten. Nicht belegte Auskünfte wie "Keine erhöhte Krebsrate - und die Militärmitarbeiter werden sehr genau untersucht", kann man glauben oder bezweifeln, einen Nachweis ersetzen sie nicht. Wieder mal ziehen sich verantwortliche Politiker -  die auf der BIEGAS - Veranstaltung noch so begeistert auf den Vorschlag der Sprecherin der Kreis-Grünen eingegangen sind, einen runden Tisch zu bilden - schleunigst zurück.

Was bleibt den Bürgern anderes übrig, als selber tätig zu werden, egal ob es um Lärmmessungen geht oder um die Erfassung von Daten.

Heide Weidemann

54492 Erden

heideundjoerg@t-online.de


17.02.2003 16:07

Handbremse lösen

Zum Airbase - Ausbau diese Leserzuschrift:

Etwas spät kommt zum Glück doch die Einsicht von der Verbandsgemeinde Wittlich Land und der Ortsgemeinde Binsfeld, dass es so nicht gehen kann. Leider musste dazu erst eine Bürgerinitiative ihre Arbeit aufnehmen. Denn bisher hatte man den Eindruck, unser Verbandsbürgermeister Holkenbrink hätte sich selbst mehr als Ehrenkommandant der Air Base gesehen, zu dem er 2002 ernannt wurde, und hätte dabei versucht, den Ausbau der Air Base gegenüber den Bürgern zu vertreten, anstatt die Bedenken der Menschen ernst zu nehmen und dementsprechend zu handeln. Hoffentlich löst er endlich die Handbremse, wenn er bei dem Widerspruchsverfahren fortfährt.

Die wirtschaftlichen Vorteile, die immer wieder für den Ausbau vorgebracht werden, sind gering.

Durch die europaweite Ausschreibung der Baumaßnahme ist nicht davon auszugehen, dass die Firmen unserer Region groß vom Ausbau profitieren. Zudem sollen aus Sicherheitsgründen in Zukunft die amerikanischen Familien auf dem Flugplatz wohnen, wo diese auch im übrigen alles einkaufen können. Der private Wohnungsmarkt wird mittelfristig zurückgehen.

Die Nachteile für unseren Lebensraum überwiegen jedoch. Bestimmte Gesetze, die unter anderem zum Schutz der Bevölkerung dienen gelten bei Militärflughäfen nicht, das heißt hier herrscht sowieso eine gewisse Narrenfreiheit. Für uns unabschätzbare Gefahren, wenn man an Terroranschläge oder auch Unfälle denkt.

In weniger als 500 Meter Entfernung von Kindergarten, Grundschule und Wohnhäusern sollen künftig Munition und Gefahrgüter umgeladen und gelagert werden. In gleicher Entfernung ist ein Tanklager geplant. Dazu kommen noch hochgiftige Abgase und Lärm!

Wir sind nicht grundsätzlich gegen den Flugplatz, sehen den Ausbau aber sehr skeptisch, sowie auch das Verhalten der politisch Verantwortlichen, die den Ortsbürgermeister Herres und andere alleine im Regen stehen gelassen haben.

Wir hoffen nur, dass besonders die Eltern aufwachen, sich mit dem Thema auseinandersetzen und dann vereint die nötigen Schritte gehen.

Jörg und Susanne Follmann, Arenrath

Joerg_Follmann@mn.man.de


07.02.2003 14:07

Politischer Schaden nicht abzuschätzen

Zum Artikel "Drehen USA Geldhahn zu?" und Kommentar "Hoffen auf ein Dementi" (TV vom 24. Januar):

 

Vielleicht sind die Äußerungen von Michael Billen nur ein politisches Sandkastengeplänkel ohne realen Hintergrund. Darauf kommt es aber letztlich nicht an, weil von einem Abzug der USA nur eine kleine Region um Spangdahlem, Ramstein und Heidelberg betroffen wäre. Wesentlich dramatischer wirken sich der aus Wahlkampfgründen aus der Schlammkiste herausgekramte Anti-Amerikanismus, der furchtbare Vergleich des US-Präsidenten mit Hitler und der Verrat der gemeinsamen westlichen Interessen bei der Umsetzung der UN-Resolutionen im Irak auf unsere Wirtschaft aus. Millionen Amerikaner haben in den vergangenen 40 Jahren in Deutschland, fern der Heimat, unsere freiheitliche Ordnung beschützt. Ich erinnere auch an die Luftbrücke, mit der Berlin während der sowjetischen Blockade versorgt wurde, oder an US-Präsident Kennedy mit seinem Ausspruch "Ich bin ein Berliner" oder US-Präsident Reagan "Open these doors, Mr. Gorbatschow". Nur ein unverbesserlicher Träumer kann glauben, dass Millionen Amerikaner sich bei Kaufentscheidungen nicht von einer für sie unfassbaren deutschen Politik negativ beeinflussen lassen.

Dass drei Attentäter, die in das World-Trade-Center und das Pentagon geflogen sind, in Hamburg die Ingenieur-Ausbildung erhielten und nach allem, was man heute weiß, den Anschlag in Deutschland planten, ist schon schlimm genug. Der Bundestagswahlkampf 2002, von den Sozialdemokraten auf Anti-Amerikanismus und einer zufällig eingetretenen Flut aufgebaut, ließ das Fass überlaufen. Auch die Amerikaner wissen, dass viele der derzeit herrschenden politischen Klasse früher pflastersteinwerfend durch die Straßen rannten und "Ami go home" schrien. Den wirtschaftlichen und politischen Schaden wieder zu heilen, das dauert mehr als zehn Jahre, wenn es überhaupt gelingt. Wenn die Polemik der Politiker auf unseren Export durchschlägt, wird es ernst in Deutschland.

Hoffentlich bleibt es uns erspart zu erleben, dass unser Verteidigungsminister seine Spürpanzer aus Kuweit abzieht, um damit deutsche Großstädte zu schützen, die von Terroristen mit Flugzeugen, Viren oder Giftgas bedroht werden.

Adolf Krohn

54649 Waxweiler


31.01.2003 11:37

Hoffentlich

Zum Artikel "Militär-Basen: Drehen USA Geldhahn zu?" und Kommentar "Hoffen auf ein Dementi" (TV vom 24. Januar):

Hoffentlich bleiben uns Terror, unberechenbare Diktatoren und US-Präsidenten sowie der allgemeine Unfriede in der Welt noch lange erhalten, damit uns die Air-Base Spangdahlem auch weiterhin Wirtschaftskraft in die Region bringt!

Ewald Adams

54292 Trier


29.01.2003 17:37

Völlig ignoriert

Zu der Berichterstattung über die Erweiterung der Air Base Spangdahlem diese Leserzuschrift:

Im Zuge des neuesten Kriegstreiben der Weltpolizei USA hat der Ausbau der Air Base Spangdahlem nun also begonnen. Nur was bleibt für die Menschen in den umliegenden Gemeinden, die mit der Außenpolitik der Vereinigten Staaten so gar nichts am Hut haben?

Sie werden den Gefahren dieser Politik ausgesetzt. Unabsehbare ökologische und gesundheitliche Spätfolgen und Lärmbelästigung jenseits des Ertragbaren, damit hatten diese Menschen sich schon seit Jahren arrangiert. Nun aber wurden völlig andere Dimensionen erreicht. Um das 200 Millionen-Projekt zu realisieren, wurden Zwangsenteignungen durchgesetzt. Eine Methode, die gute Tradition hat. Schon in den 50er Jahren verschwand der Ort Kammerforst zugunsten des Flugplatzes von der Bildfläche. Völlig ignoriert wurde damals wie heute der Unmut der Bürger. Mittlerweile hat sich der Protest der Betroffenen in Binsfeld zu einer Bürgerinitiative organisiert. Trotz großem Rückhalt unter der Bevölkerung macht es den Eindruck, als fehle dieser Gruppe die politische Lobby. Hier gilt es für die zuständigen "Volksvertreter" Herres, Holkenbrink und Läsch-Weber, aktiv zu werden.

Bisher glänzten die Herrschaften aber durch vornehme Zurückhaltung statt ihre Wähler beim Protest zu unterstützen.

Werner Rittel

54298 Orenhofen


24.01.2003 17:37

Unerträgliche Zustände

Zum Ausbau der Airbase Spangdahlem diese Lesermeinung:

Bereits heute gilt Spangdahlem als größte Air Force Base in Europa. Doch dies scheint einigen Wenigen noch nicht zu genügen. Durch die Erweiterung des Flughafens und die geplante Verlegung des amerikanischen Stützpunktes vom Flughafen Frankfurt nach Spangdahlem soll der Riese zu einem Giganten werden.

Den Bürgern der umliegenden Ortschaften werden unerträgliche Emissionen durch Abgase und Lärm zugemutet.

Bei der Wahrnehmung ihrer Bürgerrechte finden sie keine Unterstützung von politischer Seite ­ weder lokal noch überregional. Im Gegenteil: Sie werden entrechtet und ­ ganz aktuell ­ auch noch ihres Land-Eigentums enteignet, damit der Ausbau voranschreiten kann.

Wenn die Bürger in dieser Region über die Erweiterungsabsichten detailliert informiert worden wären, wäre die demonstrative Ablehnung noch größer als sie ohnehin schon ist. Aber es gehört schon zum Kalkül der Befürworter der Erweiterung, dass der Widerstand in ländlichen Regionen wie der Eifel ohnehin schwächer ist als anderswo. Und notfalls droht man den Gegnern ­ die in diesem Fall auch noch in der Mehrheit sind ­ mit dem Argument, die Erweiterung würde Arbeitsplätze sichern. Alles Quatsch! Vieles deutet auf einen sukzessiven Abbau des deutschen Personals und Substitution durch amerikanische Mitarbeiter.

Zum Schutz amerikanischer Militäreinrichtungen sollen in Deutschland ca. 7 000 Bundeswehrsoldaten bestellt werden. Was aber geschieht, wenn die Bevölkerung in Orten wie Binsfeld eine extrem hohe Krebsrate aufweist, unser Boden, unser Wasser und unsere Luft vergiftet und unser Eigentum, unser Grund und Boden systematisch entwertet sind? Wer schützt dann uns?

Fazit: Eine Erweiterung des Flughafens? Auf gar keinen Fall.

Irene Schumacher

Eisenschmitt


24.01.03

Zum Artikel "Militär-Basen: Drehen die USA Geldhahn zu?" (TV vom 24. Januar)

 

"Hoffentlich bleiben uns Terror, unberechenbare Diktatoren und US-Präsidenten sowie der allgemeine Unfriede in der Welt noch lange erhalten, damit die Air-Base Spangdahlem auch weiterhin Wirtschaftskraft in die Region bringt!

Ewald Adams

54292 Trier


16.01.03

Enteignung in Binsfeld

Sehr geehrte Damen und Herrn,

es ist kaum zu glauben aber wahr. Nach jahrelangem Tauziehen  ist es nun soweit: 
Die Binsfelder werden zum  Wohle der Allgemeinheit enteignet. 
„ Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur auf 
Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die 
Entschädigung  ist unter gerechter  Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und 
der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der  Entschädigung steht im Streitfall 
der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.“ So  steht es im Artikel 14 Absatz 3
 des Grundgesetzes.

Da kommen nun „ Diener des Staates“ wie kleine Götter einher und legen dieses  Grundgesetz
so aus, wie es gerade in  ihre Pläne passt. Es ist doch nicht zu fassen, oder dient hier 
auf dem  Flugplatz Spangdahlem der Bau  der neuen Stellflächen für Transportflugzeuge, das
 unablässige Betonieren, das Auffüllen von Tälern, die Erweiterung des ohnehin schon über 
600 Hektar großen Platzes mit allen andern Emissionen, die auf die Bevölkerung zukommen 
der Allgemeinheit? Doch ganz sicher nicht! So haben es die Väter des Grundgesetzes mit 
Sicherheit nicht gewollt. Und dennoch wird hier enteignet. So geht man in einer so hoch 
deklarierten Demokratie wie die der BRD mit dem Besitz kleiner Leute um, die ohnehin schon 
mit der Hauptlast der Verteidigungsbereitschaft  der BRD zu tragen haben. Da aber nun mal 
die Deutschen Behörden dem willen unserer  amerikanischen Nachbarn wohlwollend gegenüber-
stehen,  kämpft der klein Mann wohl ohne Rückendeckung.

So waren auch die Einwände der Träger öffentlicher Belange, wenn  überhaupt, nicht massiv 
genug, sondern  im Gegenteil Butterweich verfasst. Das gleich gilt für die Ortsgemeinde, 
die die  formalen  Vorraussetzungen  für das Enteignungsverfahren  geschaffen hat.

In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass auch wir mit den Amerikanern in guter  
nachbarlichen  Beziehungen zusammen leben möchten, nur wollen wir verschiedene Auswüchse 
des Flugplatzes nicht mehr länger hinnehmen.

Weber Günter
Alte Triererstr.41
54518 Binsfeld


03.01.2003 13:07

Erschreckende Ignoranz
  
Zum Artikel "Angst vor dem Gift aus den US-Jets" (TV vom 30. November):

Ist die Eifel noch eine lebenswerte Region? Widerstand gegen die Flugplatzerweiterung und die Verlegung der US Air Force Base Frankfurt nach Spangdahlem ist dringend geboten aus gesundheitlichen und juristischen Gründen. Sind wir nicht schon allein unseren Kindern und Enkelkindern gegenüber verpflichtet, hier einzuschreiten?

Seit 1990 setzt die US Air Force in Spangdahlem den Treibstoff JP 8 zum Antrieb ihrer Jagdflugzeuge und Transportmaschinen ein. Alle verharmlosenden Darstellungen zum Thema JP 8 ­ sowohl von militärischer als auch von politischer Seite ­ stehen in krassem Widerspruch zu den Ergebnissen fundierter wissenschaftlicher Untersuchungen, die genau das Gegenteil belegen, nämlich, dass JP 8 schwere Schädigungen des Immunsystems sowie an Lungen, Nieren und Leber verursacht und krebserregend ist.

In erschreckender Ignoranz verschließen die Beteiligten auf beiden Seiten des Zauns die Augen vor den warnenden Argumenten und Fakten. Warum? Weil kurzsichtige wirtschaftliche Scheinargumente allen gesundheitlichen Überlegungen vorangestellt werden. Die Androhung von Arbeitsplatzverlusten ist lediglich Drohgebärde. In den Stützpunkt Spangdahlem wurde bereits zu viel investiert, um bei einer Absage zur Erweiterung einfach abzuziehen. Arbeitsplatzverluste sind eher in der Gastronomie und

Hotellerie zu erwarten als Folge unerträglicher Lärm- und Abgasemissionen.

Und das Argument, dass die stationierten Amerikaner ja selbst Opfer ihrer eigenen Emissionen werden könnten, ist ein schwacher Trost. Zum einen sind Militärangehörige Befehlsempfänger und als solche wohl selten Kritiker ihrer selbst. Zum anderen sind sie ­ anders als die Bürger der umliegenden Gemeinden ­ nur für eine begrenzte Zeit dort stationiert.

Der Fluglärm hat bereits die Grenzen des Erträglichen überschritten. Der unverantwortliche Umgang mit der Gesundheit der Bevölkerung, die durch JP 8 über Jahre in einem schleichenden Prozess verseucht wird, bringt das Fass zum Überlaufen.

Irene Schumacher

54533 Eisenschmitt


20.12.2002 13:07

Ein Hohn

Zum Artikel "Mainz sieht in JP 8 keine Krebsgefahr" (TV vom 7./8. Dezember) erreicht uns die folgende Leserzuschrift:

Seit einigen Wochen liegt die umfangreiche luftrechtliche Genehmigung für die Erweiterung des Militärflugplatzes Spangdahlem vor. Nunmehr ist es amtlich, dass weitere ca. 50 Hektar Land in Richtung Binsfeld und Herforst für alle Ewigkeit zubetoniert werden.

Weit genug entfernt von den US-Einrichtungen wie Büros, Clubs, Schulen, Wohnungen, Hospital und Geschäften werden bis an den Rand dieser beiden Orte hohe Rampen, Parkplätze und Anlagen für Probeläufe mit hohen Lichtmasten für die großen Frachtflugzeuge gebaut. Verladerampen für Gefahrgut, die bisher in Frankfurt noch nicht vorhanden bzw. verboten waren, mutet man der hiesigen Bevölkerung skrupellos zu. Tatsache wird sein, dass zu dem bisherigen unmenschlichen Zustand Tausende von Anwohnern mit noch mehr Lärm, Nachtflügen, giftigen Abgasen und Gefahren belastet werden. In 2003 wird es ein unrühmliches Jubiläum geben; 50 Jahre Militärflugplatz, d. h. ca. drei Viertel der hier wohnenden Menschen haben ihr Leben lang nichts weiter erlebt als täglichen gesundheitsschädigenden Lärm mit rund einem Dutzend Abstürzen in Wohnortnähe. Auf Seite 47 der Genehmigung steht u. a. wörtlich: "Das Vorhaben ,Ausbau Flugplatz Spangdahlem‘ dient überwiegenden Gründen des Wohls der Allgemeinheit." Welch ein Hohn! Die meisten der Leid Tragenden können es nicht fassen, dass Behörden und Kommunalvertreter wegen einiger vermeintlicher Dauerarbeitsplätze die Sorgen, Gefahren und Leiden der Bewohner ignorieren. Wie ist es zu vereinbaren, einerseits den Fremdenverkehr fördern zu wollen und andererseits zuzulassen, dass noch mehr Lärm und giftige Abgase vorkommen. Trotz aller Klimmzüge, den inzwischen so viel zitierten Treibstoff JP 8 als harmlos darzustellen, weiß jedes Kind, dass Auspuffgase jeder Art giftig und gesundheitsschädlich sind.

Klaus Hirschfeld

54662 Herforst


13.12.2002 10:37

Nur weitere Nachteile

Zum Artikel "Treibstoff auf dem Prüfstand" (TV vom 22. November):

Endlich ist ein großer Artikel über das Flugbenzin JP 8 erschienen ­ großes Kompliment für Harald Jansen!

Hinter vorgehaltener Hand wird jeder Arzt zugeben, dass es in unserer Region unverhältnismäßig viele Krebspatienten gibt. Aber wenn kein Krebsregister geführt wird, kann man keine gesicherten Erkenntnisse weitergeben. Leider hatte bis jetzt kein Politiker ein Interesse daran, ein solches Register zu fordern und auch die Landesregierung wird mit Sicherheit ein solches in der Flugplatzregion zu verhindern wissen. Genauso wenig wird sie an einer Aufklärung des gefährlichen Treibstoffes JP 8 wirklich interessiert sein, denn schließlich buttert das Land Rheinland-Pfalz viel Geld in den Ausbau des Frachtflughafens Spangdahlem, der der Bevölkerung eigentlich nur weitere Nachteile bringt. Denn dann haben wir nicht nur noch mehr Umweltbelastung, sondern auch noch nachts den Lärm in den Ohren.

Ich wünsche mir, dass die Bevölkerung endlich aufwacht und zwar jetzt und nicht erst, wenn wir in den Betten sitzen anstatt zu liegen! Wir brauchen keine Flugplatzerweiterung ­ die Schmerzgrenze ist erreicht.

Rosi Nieder

54662 Herforst


13.12.2002 10:37

Absurd

Zum Artikel "Gefahr je nach Wetterlage" (TV vom 28. November):
 

Die Tatsache, dass die US-Air-Force den Treibstoff JP 8 als "nicht gesundheitsgefährdend" darstellt ­ ohne dass dies bisher auf Grund von Untersuchungen festgestellt worden ist ­, erscheint als pure Verharmlosung. Eine einfache Internet-Recherche genügt, um eine Fülle von fundierten wissenschaftlichen Aussagen zu erhalten, die genau das Gegenteil besagen. Ebenso absurd ist es, wenn die Militärs die Schadstoffbelastung durch eine Transportmaschine wie der C5, die vollbetankt 194 000 Liter JP 8 geladen hat, mit den "Abgasen von Bussen" vergleichen. Wie viele Busse müssen am Tag durch Binsfeld rollen, um eine solche Menge an Schadstoffen freizusetzen, wie es ein einziges Transportflugzeug dieses Typs allein schon beim Warmlaufen und Starten verursacht? Und um wie vieles höher wird diese Belastung, wenn man bedenkt, dass elf Stellplätze für diese Transportmaschinen geplant sind, die ihre Abgase dann direkt in den 500 Meter entfernten Ort blasen? Vielleicht sollten sich unsere Kommunalpolitiker vorher informieren, bevor sie die Ängste der Bürger als "Schwachsinn und Panikmache" abkanzeln.

Sabine und Günter Weber

54518 Binsfeld